Ein Stück Freiheit für Köllners Löwen: Trainingsplatz statt Supermarkt

von Redaktion

Michael Köllner stellte einen Rewe-Karton auf sein Cabrio-Dach, legte ein Paar Laufschuhe rein und machte ein zufriedenes Gesicht, als er vom Parkplatz zum Vereinsgelände des TSV 1860 schlenderte. Sein Bewegungsradius schien zuletzt wie jener der meisten Deutschen auf den Gang zum Supermarkt beschränkt gewesen zu sein. Seit gestern haben er und seine Löwen ein winziges Stück Freiheit zurückgewonnen.

Endlich wieder Fußballtrainer sein, zumindest ein bisschen – die Lust auf den Neustart light war dem 1860-Coach anzumerken. Auch die meisten Spieler, die sich um die Mittagszeit einfanden (viele mit gelben Säcken für die Trainingsklamotten), lächelten. Alle hielten sich schon beim Einmarsch an die aktuellen Regeln: Zwei Meter Sicherheitsabstand, Begrüßung auf Zuruf und auch sonst keinen direkten Körperkontakt.

Auf dem hinteren Rasenplatz wurde dann wie angekündigt in Kleingruppen trainiert, wobei trainieren ein großes Wort ist für das, was in Zeiten des Kontaktverbots erlaubt ist.

Nicht nur für die Fans, auch für die Reporter heißt es in diesen Tagen: Draußen bleiben. Spieler-Kommentare sind untersagt – keine Vorschrift der Behörden, sondern des Vereins, der still auf sein Ziel hinarbeiten will, den sportlichen Lauf (14 Spiele unbesiegt) ab Mai fortsetzen zu dürfen. Laut „Bild“ haben die Verbände in ihrem Notplan die Aufstiegsspiele auf den 26. und 30. Juni gelegt. Noch mal zur Erinnerung, weil’s ja schon ein Weilchen her ist: 1860 ist aktuell Tabellensechster in der 3. Liga und hat nach 27 Spielen nur zwei Punkte Rückstand auf Haching (Dritter) und Mannheim (Zweiter), die mit jeweils 44 Zählern in die Corona-Pause gegangen sind. ULI KELLNER / Foto: sampics

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