München – Am Samstag feiert Unterhachings Präsident Manfred Schwabl seinen 54. Geburtstag. „Ich freue mich auf den Tag, wenn wir alle wieder gemeinsam in unserem Hachinger Biergarten sitzen können“, sagt der Ex-Nationalspieler, der auch in der spielfreien Zeit ziemlich im Stress ist: „Auch in der aktuell schwierigen Situation gibt es viele Dinge zu regeln.“
Wie immer denkt Schwabl über den Tellerrand hinaus und versucht nicht nur den Spielern, sondern auch den Angestellten des Drittligisten gerecht zu werden. So haben sich die 81 Angestellten mit einer Gehaltsreduzierung von 25 Prozent für den April freiwillig einverstanden gezeigt. „Wir können stolz darauf sein, wie sich unsere Mitarbeiter verhalten, das ist ein Charaktertest. Auch die Aufsichtsräte verzichten auf ihre Vergütung“, betont Schwabl, der das Einsparungspotenzial auf 75 000 Euro beziffert, „damit können wir gewährleisten, dass wir auch für die Mitarbeiter in der Geschäftsstelle, in der eigenen Gastronomie sowie die Jugendtrainer keine Kurzarbeit beantragen müssen“, sagt der Präsident, der aber keine Prognose über die Zukunft wagt. „Wir müssen die Situation immer wieder neu überdenken.“
Die Gesundheitsfragen und die sozialen Aspekte haben aktuell für Hachings Macher absolute Priorität: „Es gibt für mich keine Tabus, wir müssen zwar einen Kollateralschaden vermeiden, aber die Saison sollte sportlich fortgesetzt werden.“ In der Krise, mit den Interessenkonflikten der verschiedenen Drittligisten, sieht Schwabl aber auch einen gewissen Reinigungsprozess: „Das Grundübel in der dritten Liga sind die Finanzen. Egal wie die jetzige Situation ausgeht, es wird Einschnitte geben. Für uns ist es definitiv klar, dass wir noch wesentlich mehr auf den eigenen Nachwuchs setzen werden“.
Wie zuletzt Trainer Claus Schromm (bei seiner Vertragsverlängerung) stellt Schwabl eine klare Forderung an den deutschen Fußball: „Für mich gibt es nur einen Weg und das erzähle ich gefühlt zum hundertsten Mal – und das ist endlich, die Vereine finanziell zu belohnen, die den deutschen Talenten Einsatzminuten geben. Und das heißt dementsprechend den Nachwuchsfördertopf in der 3. Liga von drei auf 30 Millionen Euro aufzustocken.“