Der deutsche Profifußball macht bekanntlich derzeit seine historisch düstersten Zeiten durch. Die an der Corona-Krise schwer erkrankte Unterhaltungsbranche hat – von einigen Ausnahmen abgesehen – einige Mühe, ihre Existenzängste zu bändigen. Ganz besonders gilt das für die 3. Liga. Für die gibt es – vergleichsweise – nur Almosen vom Fernsehen. Elf der 20 Vereine haben einen Zuschauerschnitt von weniger als 7000. Mangels Attraktivität ist es in der Drittklassigkeit auch mit den Sponsoren nicht weit her. Nun ist auch noch die Einnahmequelle, der Ticketverkauf, versiegt. Es geht ums Überleben. Klar, dass im Armenhaus des DFB die Nervosität groß ist. Die Frage, ob man sich ans Vorbild der Bundesliga hält und auf Geisterspiele setzt – oder der Abbruch der Saison die einzige Alternative ist, scheint die Liga gar zu entzweien.
Mehr oder weniger als Kuriosum am Rande ist da der nun beim DFB lancierte Vorschlag zu werten, es künftig mit zwei Drittligastaffeln à 20 Vereinen zu versuchen. Eine Überlegung, die fast schon wie ein schlechter Witz klingt. Schon in besseren Zeiten fristeten viele Vereine in der Drittklassigkeit nur ein armseliges Dasein. Eine Aufblähung auf 40 Clubs würde nur Not und Elend mal zwei bedeuten.
Etwas ernster zu nehmen ist der Vorstoß von acht Drittligisten, die in einem Positionspapier den Abbruch der Spielzeit plus Aufstockung der Liga mit den derzeit Tabellenersten der Regionalligen fordern. Gut möglich, dass dieses Ansinnen nicht ganz frei von Eigennutz ist. Denn sieben der acht Clubs befinden sich noch in Abstiegsgefahr . . . Für die Initiative spricht, dass es bislang nur schwer absehbar ist, inwieweit bei Geisterspielen in der 3. Liga der Schutz der Gesundheit gewährleistet werden kann. Andererseits kommt die Annullierung der Saison einem sportlichen Desaster gleich. Und auch die Vergrößerung bzw. die Überdimensionierung der Liga für 2020/21 weckt nicht gerade die Hoffnung, dass dies wirtschaftlich sonderlich ersprießlich sein könnte.
Wie auch immer dieser ligainterne Zoff ausgehen mag – die Beteiligten müssen sich über eines im Klaren sein. Die Perspektiven sind in jedem Fall trübe. Da ist das Miteinander weitaus hilfreicher als Zwist.
Armin.Gibis@ovb.net