Werner ist Liverpool zu teuer

von Redaktion

Reds wollen keine 60 Millionen Ablöse zahlen

Berlin – Es klang schon wie eine Bewerbung, als Timo Werner im Februar vor laufender Kamera von Jürgen Klopp und dem FC Liverpool schwärmte. „Sie haben mit Jürgen Klopp einen der besten Trainer der Welt, der auch noch Deutscher ist. Es sprechen viele Sachen dafür, dass ich auch mit meiner Spielweise vielleicht dahin passen würde“, hatte der Nationalstürmer von RB Leipzig damals gesagt.

Nun soll Werner laut Sky UK dem Champions-League-Sieger auch offiziell seine Bereitschaft für einen Wechsel im Sommer erklärt haben. Doch die Sache hat einen Haken: Angeblich sind die Reds aufgrund der wirtschaftlichen Turbulenzen durch die Corona-Krise nicht bereit, die festgeschriebene Ablöse in Höhe von rund 60 Millionen Euro zu zahlen.

Diese Summe dürfte aus demselben Grund auch andere Topclubs wie den FC Bayern abschrecken. Und so gilt für Werner, was auch für andere heiß begehrte Bundesligaprofis wie Jadon Sancho, Kai Havertz, Dayot Upamecano und Milot Rashica gilt: Der nächste Sprung auf der Karriereleiter muss vielleicht um ein Jahr verschoben werden.

Es scheint nahezu ausgeschlossen, dass Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund für ihre Jungstars Havertz und Sancho in der kommenden Transferperiode tatsächlich die erhofften 100 Millionen plus X erlösen können. Selbst wenn Clubs wie der FC Barcelona oder Manchester United dieses Geld übrig hätten, wäre ein Transfer dieser Größenordnung in der Öffentlichkeit kaum mehr vermittelbar.

Dennoch hofft Leverkusen noch auf das große Geschäft im Sommer mit Havertz. „Topspieler bleiben wertvoll, weil es davon nicht viele gibt“, sagte Bayer-Geschäftsführer Fernando Carro: „Ich gehe davon aus, dass sich die Marktwertverluste nicht in den Ablösesummen bei Topspielern niederschlagen.“

Sollten die unmoralischen Angebote aber nicht eintrudeln, stehen die Vereine vor der Wahl: Den Topspieler jetzt für deutlich weniger verkaufen und mit dem Geld gestärkt durch die Krise kommen? Oder ein Jahr warten und auf eine höhere Ablöse spekulieren? Da die englischen Premiere-League-Clubs, die auf dem Transfermarkt den Ton angeben, noch stärker und wohl auch länger vom Saisonabbruch bedroht sind als zum Beispiel die Bundesligavereine, ist eine seriöse Planung in dieser Frage kaum möglich.

Borussia Dortmund scheint daher alles zu unternehmen, um Sancho eine weitere Saison beim BVB schmackhaft zu machen. Laut Forbes will der Club das Jahresgehalt des Engländers, der vor allem von Manchester United heftig umworben wird, auf zehn Millionen Euro anheben. Er wäre damit hinter Kapitän Marco Reus die Nummer zwei im Gehaltsranking.

Auch Leipzig würde Werner wohl lieber noch eine Saison behalten, sollte kein anderer Club die Ausstiegsklausel ziehen. „Timo fühlt sich hier sehr wohl, er ist ein wichtiger Spieler“, sagte RB-Sportdirektor Markus Krösche zu den neuesten Spekulationen: „Alles andere wird sich zeigen.“  sid

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