FCB-Profi-Basketball wird 10

Sport auf neuem Niveau

von Redaktion

PATRICK REICHELT

Über ein zu geringes Echo hat sich der FC Bayern sicher nicht beschweren müssen, damals, als das ambitionierte Basketball-Projekt des Clubs seinen Anfang nahm. Kaltelassen hat die Sache wenige. Und diejenigen, die sich äußerten, schwankten meist zwischen Euphorie und Ablehnung. Zwischen der Münchner Lokomotive, die die Liga in eine goldene Zukunft ziehen würde. Und einem FC Bayern, der die Szene zwar nicht mit den Fußball-Millionen, aber doch mit dem Gewicht seiner Marke, unweigerlich erdrückt.

Zehn Jahre nach der Mitgliederbefragung, die so etwas wie die Geburtsstunde des FC Bayern Basketball war, kann man sagen: Wirklich eingetreten ist beides bislang nicht. Die BBL ist noch weit weg davon, Europas Nummer eins zu sein, die sie so gerne wäre. Und die Bayern erwiesen sich mit drei Meisterschaften und einem Pokalsieg auch noch nicht als das gefräßige Monster, das die Konkurrenz kurzerhand verschlingt.

Aber ohne Zweifel hat der FC Bayern die Bundesliga auf ein neues Niveau gebracht. Sportlich ohnehin. Nicht nur München, Basketball-Deutschland ist für internationale Topspieler auf die Landkarte gerückt. Eine verdiente NBA-Größe wie Greg Monroe etwa – noch vor wenigen Jahren war das in der BBL undenkbar. Aber auch wirtschaftlich hat die deutsche Eliteklasse so gar nichts mehr mit dem Bild zu tun, das sie noch in den Tagen abgab, als die Idee von Profi-Basketball in München geboren wurde. Das ist natürlich auch eine Folge der gewachsenen Attraktivität. Doch auch die Bayern selbst bescherten der Liga Geld. Ihre Auftritte füllen allerorten die Hallen, den aktuellen Fernsehvertrag mit dem Telekom-Sender „Magentasport“ würde es ohne Ex-Präsident Uli Hoeneß so nicht geben. Martin Romig, Chef der Crailsheim Merlins sagte kürzlich offen: Ohne Herrn Hoeneß wären wir nicht hier.

Dass die Bayern ihre Position nutzen, dass sie für Interessen eintreten, so wie zuletzt auch bei der Frage nach der Fortsetzung der noch unterbrochenen Saison, liegt in der Natur der Sache. Wer Gewicht hat, der kann es auch einsetzen. Ganz egal, wie die Reaktionen darauf dann ausfallen.

patrick.reichelt@ovb.net

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