Kein Konfettiregen auf dem Rasen, kein Freudentanz der Superstars Neymar und Kylian Mbappe: Auf einen würdigen Rahmen zur Feier seiner zweiten Meisterschaft mit Paris St. Germain musste Thomas Tuchel verzichten. Die Entscheidung in der Ligue 1 fiel wegen der Corona-Krise nicht mehr auf dem Platz. Der merkwürdigste Titel seiner Karriere wurde dem deutschen Coach stattdessen in der Zentrale des Ligaverbands LFP zugesprochen: PSG, der souveräne Tabellenführer der Ligue 1, ist vorzeitig Meister der Saison 2019/20.
Die Spielzeit wurde mit sofortiger Wirkung beendet, die Abschlusstabelle anhand des Punktedurchschnitts der einzelnen Teams ermittelt. Der SC Amiens und der FC Toulouse müssen als letztplatzierte Teams absteigen. Die Ligue 1 zog damit als erste der europäischen Topligen die Reißleine wegen der Coronakrise. „Ich bin glücklich über die Meisterschaft“, schrieb der brasilianische Superstar Neymar via Instagram und fügte seine persönliche Saisonbilanz hinzu: „Herzlichen Glückwunsch an alle im Verein.“
Der Saisonabbruch im französischen Fußball war seit Dienstag nur noch Formsache. Premierminister Edouard Philippe hatte bereits zu diesem Zeitpunkt vor der Nationalversammlung angekündigt, dass die Saison 2019/20 im Profisport nicht wieder aufgenommen werden könne und den erhofften Geisterspielen bis Ende August einen Riegel vorgeschoben. Die Entscheidung, Paris den dritten Titel nacheinander sowie den neunten der Clubgeschichte zuzusprechen, war erwartet worden. „Die Teams, die oben stehen, haben sich diese Position verdient“, sagte der deutsche Nationalspieler Thilo Kehrer, der sich wie DFB-Kollege Julian Draxler über den Titel freuen konnte.
Neben der Ligue 1 werden auch die zweite und dritte Liga sowie die höchste Frauenspielklasse abgebrochen. PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi widmete den Titel dem „Gesundheitspersonal und allen alltäglichen Helden an vorderster Front, deren Engagement und Selbstaufopferung über viele Wochen unsere tiefste Bewunderung verdient haben.“ sid