Gladiator als Ablenkung

von Redaktion

Bayern-Profis lesen, schauen Filme und dienen als Vorbilder – Arena ab Samstag wieder offen

VON HANNA RAIF UND MANUEL BONKE

München – Die Masken kamen per Post. Für jeden eine. Und wenn man bedenkt, dass der FC Bayern mehr als 1000 Mitarbeiter hat, ist das eine Menge Arbeit. Theoretisch ist nun jeder, der zurück an den Arbeitsplatz muss oder möchte, ausgerüstet mit einer Mund-Nasen-Bedeckung aus der eigenen Fanshop-Kollektion. Schlicht, in Rot, ganz dezent. Man kann sich damit schon sehen lassen.

Das kleine Päckchen vom Verein hat Karl-Heinz Rummenigge persönlich angekündigt. In einer Videobotschaft hat sich der Vorstandsvorsitzende vor eineinhalb Wochen an die Belegschaft gewandt. Tenor: Es ist wieder ein Stück mehr Normalität erlaubt, aber jeder soll mit Bedacht handeln, höchste Vorsicht walten lassen, die Lockerungen nicht ausnutzen. Daran ist Rummenigge wie dem gesamten Club gelegen. Denn die Bayern wollen alles richtig machen.

Die Mitarbeiter haben an ihren Arbeitsplätzen klare Regeln (u.a. Abstand halten, Meetings auf Minimum reduzieren, regelmäßig lüften, Fahrstuhlfahrten vermeiden), als Vorbilder werden aber freilich die Profis gesehen. Das Team von Hansi Flick ist bis zum Neustart der Bundesliga bei Union Berlin bekanntlich im Hotel „Infinity“ in Unterschleißheim beheimatet, wo jedes Detail penibel geregelt ist. An- und Abreise erfolgen in zwei Mannschaftsbussen, auf dem Zimmerflur, vor und in Gemeinschaftsräumen sowie in den Räumen der medizinischen Abteilung stehen Händedesinfektionsmittel zur Verfügung. Das Essen findet nicht in Buffetform statt, sondern wird von einem Koch aus dem Team von Alfons Schubeck zubereitet, auf einen Tisch gestellt und von einem Staff-Mitglied abgeholt. Sowohl Teammanagerin Kathleen Krüger als auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic haben eingecheckt. Ansonsten wurde das Team um das Team so klein wie möglich gehalten. Selbst Club-Medien stehen hinten an: Bei Geisterspielen werden nur externe Journalisten zugegen sein. Training ist jeden Tag um 11 Uhr auf dem FC Bayern Campus, ansonsten leben die Spieler im Hotel ohne andere Gäste. Manche – wie Joshua Kimmich – lesen viel, am Montag gab es einen Kinoabend: In gebührendem Abstand wurde „Gladiator“ geschaut. Ob eine weitere Einheit in der Allianz Arena stattfindet, soll spontan entschieden werden. Immerhin weiß man seit gestern, dass das Heimspielstadion des FC Bayern ab Samstag auch wieder Besucher empfängt. Museum und Shop öffnen, ein Blick in die Arena ist an Nicht-Spieltagen möglich. Rummenigge: „Es freut uns, dass wir durch unser Angebot ein wenig Ablenkung, Information und Emotion zurückbringen können.“

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