Lausanne – Nach der Verlegung der Olympischen Spiele in Tokio in das Jahr 2021 (23. Juli bis 8. August) berät die „Regierung“ (Exekutive) des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), wie sie die enorme Herausforderung stemmen kann. Die 15 Mitglieder diskutieren unter Leitung von IOC-Präsident Thomas Bach über die Sicherung der Gesundheit der Athleten, über die finanzielle Ausstattung der NOK und Weltverbände.
Was kostet die Verlegung?
Zuletzt war mehrfach von 2,5 Milliarden Euro die Rede. Allerdings haben Experten die Kosten für die Verlegung der Spiele auch schon mit über fünf Milliarden Euro beziffert. Die Gastgeber hatten vor der Coronakrise einen Etat von 10,3 Milliarden Euro angegeben, allerdings sind dort nicht alle infrastrukturellen Maßnahmen enthalten. Der japanische Rechnungshof ging sogar von 22 Milliarden Euro aus.
Wie hoch ist der Anteil des IOC?
Für den größten Anteil kommt Gastgeber Japan auf, das IOC soll sich nach neusten Rechnungen mit 1,3 Milliarden Euro beteiligen. 800 Millionen kommen aus der TV-Vermarktung, 500 Millionen aus dem Sponsorenprogramm (TOP). Doch wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtete, soll in der Vergangenheit der IOC-Beitrag deutlich geringer als angekündigt ausgefallen und zu einem großen Teil in Sachmittel ausgezahlt worden sein, dabei handelte es sich um Telefone, Anzeigentafeln, Autos und Softdrinks.
Wie verhält sich Gastgeber Japan?
Bislang sehr loyal zum IOC, er hat aber die Einhaltung der Kostenaufteilung genau im Blick. Einen nicht abgestimmten Hinweis auf seiner Homepage über angebliche Kostenübernahmen durch Tokio musste das IOC auf Drängen der Japaner löschen. Die Japaner müssen das Gros der Verlegung stemmen, sowohl finanziell als auch organisatorisch. Das Organisationskomitee Tokio 2020 muss neue Verträge mit sämtlichen Wettkampfstandorten, Büros, Hotels etc. vereinbaren und Themen wie Transport, Sicherheit, Volunteers für 2021 neu regeln.
Was können die internationalen Sportverbände erwarten?
Dieses Thema sorgt für Zündstoff. Die 28 Sommerverbände haben durch den Wegfall von Olympia in diesem Jahr große Einbußen. Nach den Sommerspielen in Rio 2016 sollen die Verbände rund 480 Millionen Euro vom IOC erhalten habe. Die Verbände bekommen Geld nach einem Schlüssel, der Größe und Resonanz der Sportarten berücksichtigt. Demnach erhalten Leichtathletik, Schwimmen und Turnen jeweils 36 Millionen, Radsport, Basketball und Volleyball liegen bei 23 Millionen Dollar und kleinere Verbände wie Rudern, Judo oder Boxen erhalten 16 Millionen Euro. sid