Frankfurt – Mit großer Geschlossenheit arbeitete der deutsche Profifußball am Wiederbeginn, sprach mit einer Stimme. Doch nun, da der Restart vor der Tür steht, ist es damit vorbei. Streitthema ist die Wertung der Saison bei einem möglichen vorzeitigen Abbruch. Wie der „Kicker“ am Mittwoch nach einer Videokonferenz der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit den 18 Erstligisten berichtete, herrscht dabei große Uneinigkeit über die Regelung von Auf- und Abstieg. Demnach votierten acht Vereine gegen den Antrag des DFL-Präsidiums, auch im Falle eines Saisonabbruchs „am Grundprinzip eines sportlichen Auf- und Abstiegs zwischen der Bundesliga und der 2. Bundesliga und zwischen der 2. Bundesliga und der 3. Liga unter Beibehaltung der Anzahl von jeweils 18 Klubs“ festzuhalten. Zehn Klubs stimmten für den Antrag.
Eigentlich hätte die finale Abstimmung über eine entsprechende Satzungsänderung schon auf der heutigen DFL-Mitgliederversammlung erfolgen sollen. Die Entscheidung soll nun um eine Woche vertagt werden. Die Bild-Zeitung hatte schon am Dienstagabend über ein Worst-Case-Szenario berichtet, das trotz eines möglichen Abbruchs in der 1. und 2. Bundesliga jeweils einen Meister und zwei Absteiger vorsieht.
Schon der „Fall Dynamo Dresden“ hatte gezeigt, dass der DFL-Plan auf „tönernen Füßen“ (Mönchengladbachs Manager Max Eberl) steht. Aufgrund zweier Corona-Infektionen hatte das Gesundheitsamt Dresden das ganze Team des Zweitligisten in eine 14-tägige Quarantäne geschickt. Sollten andere Teams bei Infektionen ebenfalls geschlossen in Isolation müssen, würde es zwangsläufig das Aus für den gesamten Spielbetrieb bedeuten. „Es gibt sicherlich eine Größe, dann ist das irgendwann nicht mehr machbar“, sagte DFL-Boss Christian Seifert im ZDF-Sportstudio. Auch bei einem drastischen Anstieg der Infektionszahlen in Deutschland wäre eine Fortführung der Bundesliga nicht mehr vertretbar.
Die Ansage ist jedoch klar: Bis 30. Juni soll die Saison bestenfalls beendet sein. Einige mögliche Stolpersteine will die DFL mit diversen Satzungsänderungen aus dem Weg räumen. So könnte es sogar zu Heimspielen in fremden Stadien kommen, sollte dies aus „rechtlichen, organisatorischen und/oder sicherheitstechnischen Gründen“ erforderlich sein. Ebenso wird über eine Erhöhung von drei auf fünf Auswechslungen pro Spiel abgestimmt. Normal wird jedenfalls kaum mehr etwas sein. Sogar der Torjubel wird reglementiert: flüchtiger Ellenbogenkontakt oder kurzes Füßeln. sid