Auch das noch: Positiver Corona-Test beim Chemnitzer FC

von Redaktion

DFB-Vize Frymuth sorgt sich um den Bestand der 3. Liga: „Hochgradig gefährdet“ – Löwen setzen auf Rummenigges Einfluss

München – Bundesliga eins und zwei haben den Spielbetrieb wieder aufgenommen, die Dritte Klasse präsentiert sich weiter als nervenaufreibende Trainier- und Debattierveranstaltung. „Wir erwarten uns zeitnah eine klare Aussage des DFB, wann die Frauenbundesliga und die 3. Liga fortgesetzt werden“, ließ 1860-Sportchef Günther Gorenzel verlauten.

Dummerweise ist nun auch noch ein Drittligaprofi am Coronavirus erkrankt: Ein positiver Test beim Chemnitzer FC hat in der Debatte um die Wiederaufnahme des Spielbetriebs für neuen Wirbel gesorgt und liefert allen Befürwortern eines Saisonabbruchs neue Argumente. Der DFB gerät zusätzlich unter Druck, sieht sich aber weiterhin auf Kurs.

Dennoch zeigt der Chemnitzer Coronafall, wie fragil das Konstrukt des erhoffen Re-Starts ist. „Wir sehen, wie schnell sich die Sachlage ändern kann“, sagte CFC-Sportdirektor Armin Causevic. Noch in der ersten Testreihe am Donnerstag waren alle entnommenen Tests negativ. Bei den Tests am Samstag fiel dann ein namentlich nicht genannter Profi durchs Raster. Er muss auf Anordnung des Gesundheitsamtes eine 14-tägige häusliche Quarantäne antreten. Gleiches gilt für zwei Mitspieler nach einer ausführlichen Überprüfung der zuletzt vorhandenen Kontakte des infizierten Spielers. Trotz des positiven Falls erhielt der CFC die Freigabe fürs gestrige Training. Eine Teamquarantäne wie bei Dynamo Dresden blieb Chemnitz erspart.

Für die Löwen, die seit Wochen für einen Neustart der 3. Liga kämpfen, ist die Entwicklung dennoch ein Rückschlag. Gorenzels Hoffnungen ruhen neuerdings auf dem Einfluss des FC Bayern. Aus den Aussagen „einer der renommiertesten Persönlichkeiten im deutschen Profifußball, Karl-Heinz Rummenigge“, leite sich ein „klarer Auftrag an das DFB-Präsidium ab, dies umgehend umzusetzen“, sagte Gorenzel vor Bekanntwerden des Covid-19-Falls beim CFC. Rummenigge hatte den Verband am Sonntag daran erinnert, seine „Hausaufgaben“ zu erledigen. Auch RB Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff plädiert für einen zeitnahen Neustart: „Ich würde mich freuen, wenn nach dem erfolgreichen Re-Start der Bundesliga weitere Ligen wie die 3. Liga und die Frauen-Bundesliga möglichst bald wieder loslegen würden.“

Beim DFB verweisen die Verantwortlichen weiterhin auf die Landespolitik. Es liege nach wie vor „keine politische und übergeordnete behördliche Freigabe für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs“ vor, sagte der für die 3. Liga zuständige DFB-Vize Peter Frymuth.

Das ursprünglich ins Auge gefasste Startdatum 26. Mai wurde bereits einkassiert. Wunsch(traum) für das Saisonende bleibt weiter der 30. Juni. „Ob das geht, werden unter anderem die nächsten Tage zeigen“, so Frymuth. Zu kurz komme die Frage, wie es bei einem selbst gewählten Saisonabbruch weitergehen solle. Auch im Herbst wird ein Spielbetrieb mit Stadionpublikum nicht möglich sein.

„Ich halte den Ansatz, dass die 3. Liga im zweiten Halbjahr 2020 nicht spielt, für fast nicht vorstellbar“, sagt der DFB-Vize und warnt vor dem drohenden Kollaps. „Dann würden alle Verzahnungen im Profibereich, Stichwort Aufstieg in die 2. Liga, und eine saubere Spielplangestaltung nicht mehr passen.“ Die Zukunft der Liga wäre „hochgradig gefährdet, inklusive ihrer Teilnehmer“.  lk, sid

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