Es geht also weiter, auch im Basketball. Und die Entscheidung der bayerischen Politik, im Juni ein Finalturnier zu gestatten, wird von vielen wohl auch als Akt der Gerechtigkeit angesehen. Hatten sich doch während der Corona-Krise verstärkt kritische bis giftige Stimmen gemeldet, die eine Bevorzugung des in letzter Zeit ohnehin mit massiven Imageproblemen ringenden Profi-Fußballs beklagten. Da sich am vergangenen Wochenende die Fußball-Bundesliga mit ihrem Neustart vor Geisterkulissen daran machte, der Corona-Krise zu trotzen, war es nur konsequent, dass nun auch den Basketballern gewährt wurde, in München gut drei Wochen lang um nationale Titelehren zu streiten. Zumal die Basketball-Bundesliga (BBL) ein Hygienekonzept vorlegte, das in manchen Details noch strenger ist als jenes der Fußball-Kollegen – und damit das aktuelle Hauptkriterium für die Austragung einer Meisterschaft erfüllte.
Man kann also die Fortsetzung der Basketball-Saison durchaus als Signal werten, als Mutmacher für die anderen deutschen Profi-Ligen. Dies ist umso wichtiger, als der Stillstand des Spielbetriebs vielerorts zu wirtschaftlichen Einbrüchen und Notsituationen geführt hat, die nur noch schwer reparabel sein dürften. Schon jetzt ist zum Beispiel zu bezweifeln, dass die Volleyball-Bundesliga das Jahr 2020 übersteht. Allenthalben wird in der von Existenzsorgen schwer erschütterten Sportszene über Gehaltskürzungen und Personalverkleinerungen heftig diskutiert.
Und auch im Profi-Basketball geht es für viele Clubs ums nackte Überleben. Noch ist ja überhaupt nicht absehbar, wie groß der Schaden ist und ob die ganz großen Probleme erst noch bevorstehen. Und mit dem Zehner-Turnier im Audi Dome (sieben Bundesligisten verzichteten auf die Teilnahme) ist die Krise natürlich längst nicht bewältigt – es ist bestenfalls ein erster Schritt aus ihr. Abgewartet werden muss überdies, wie die Abschottungsvorschriften im Ernstfall funktionieren, wie das Fernsehpublikum Basketball ohne Basketball-Atmosphäre goutiert. Es gibt eine Menge von Unwägbarkeiten.
Aber immerhin: Die Hoffnung, noch einigermaßen heil das Schlamassel überstehen zu können, lebt im deutschen Profi-Basketball. Das Spiel ist noch nicht aus. Und das ist in diesen tristen Corona-Zeiten durchaus eine gute Nachricht.
Armin.Gibis@ovb.net