„Fußball für Helden“

von Redaktion

München, Madrid, Mailand – Spitzenclubs stützen das Gesundheitssystem

VON MANUEL BONKE

München – Solidarität ist in Zeiten der Corona-Krise auch im Spitzenfußball ein Thema. Nach prozentualem Gehaltsverzicht und Spenden-Initiativen gehen der FC Bayern, Real Madrid und Inter Mailand weitere neue Wege: Die drei europäischen Schwergewichte haben sich zusammengetan und werden nächstes Jahr den Europäischen Solidaritäts Cup austragen. „Aus Solidarität mit den Menschen in Italien und Spanien und um auf die Bedeutung des Zusammenhalts in Europa hinzuweisen“, wie es in dem offiziellen Kommuniqué der Clubs heißt.

In der Praxis sieht das Vorhaben wie folgt aus: Abhängig vom Spielkalender und auch davon, wann wieder vor Zuschauern Fußball gespielt werden kann, werden die drei Mannschaften 2021 im Gruppenmodus gegeneinander antreten und jeweils ein Spiel in Madrid, Mailand und München austragen. So findet in München die Partie zwischen dem FC Bayern und Real Madrid statt, die Bayern reisen zum Duell nach Mailand. Das Turnier, das auch im Fernsehen zu sehen sein wird, dürfte einen beachtlichen Millionenerlös einspielen. Sämtliche Einnahmen werden für die medizinische Infrastruktur in Italien und Spanien zur Verfügung gestellt.

„Die Corona-Pandemie hat auch Europa schwer getroffen. Wir in Deutschland haben bei allem Leid und allen Problemen vielleicht das Glück, dass sich unser Gesundheitssystem in dieser Krise belastbar zeigt. Auch wir haben allerdings die furchtbaren Bilder aus Italien und Spanien gesehen, beide Länder hat es in Europa mit am härtesten getroffen“, sagt Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, der die treibende Kraft hinter dem Benefizturnier ist. Der Vorstandsvorsitzende hat früher selbst für Inter Mailand gespielt, zu Madrids Präsidenten Florentino Perez pflegt er seit langer Zeit eine gute Freundschaft.

Aber nicht nur das. „Zu beiden Ländern haben wir Deutschen eine ganz besondere Beziehung, Italien zählt wie Spanien zu unseren bevorzugten Urlaubszielen“, findet der Bayern-Boss. Darüber hinaus wird der deutsche Topclub 5000 Schwestern, Pfleger und Ärzte zum angedachten Spiel gegen Madrid in die Allianz Arena einladen. „Sie leisten in dieser Zeit Herausragendes für die Gesellschaft. Wir, die drei Vereine, wollen diesen Helden unsere Anerkennung, unseren Respekt und Dank zeigen“, so Rummenigge. Darum findet das Turnier ganz offiziell unter dem Namen „Europäischen Solidaritäts Cup – Fußball für Helden“ statt. Die Münchner verstehen die Aktion als „symbolische Unterstützung eines vereinten Europas, in dem jeder für den Anderen Verantwortung trägt.

Das sieht Inter-Präsident Steven Zhang ähnlich: „Das große Engagement aller Beschäftigten im Gesundheitswesen war entscheidend, damit wir jetzt in die Zukunft blicken können. Mit dieser Initiative möchten wir ihnen danken und ihre Arbeit feiern – und gleichzeitig eine Botschaft der Einheit und Solidarität zwischen den Nationen senden.“

Während in der Bundesliga der Ball wieder rollt, ist der Zeitpunkt der Fortsetzung der italienischen und spanischen Liga weiterhin unklar.

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