Mit Wagner durch die Krise

von Redaktion

Zehn sieglose Spiele in Serie – doch der Schalke-Coach erhält eine Jobgarantie

Düsseldorf – Die Arbeitsbeziehung zwischen David Wagner und dem FC Schalke 04 begann stürmisch und verheißungsvoll. Knapp elf Monate später wird die erste ernsthafte Krise von Woche zu Woche schlimmer. Ob sie überwunden wird, scheint nach dem 1:2 (0:0) bei Fortuna Düsseldorf am Mittwoch, das teilweise einem Offenbarungseid gleichkam, fraglich. Der Druck auf Wagner wird größer, der Unmut auf Schalke vor dem Spiel am Samstag gegen den nächsten Abstiegskandidaten Werder Bremen wächst. Doch trotz der längsten Sieglos-Serie der Königsblauen seit 23 Jahren gibt es beim kriselnden Bundesligisten offiziell keine Trainerdiskussion.

Sportvorstand Jochen Schneider stärkte am Tag nach der Niederlage beim Abstiegskandidaten Fortuna Wagner den Rücken und stattete den Coach mit einer Jobgarantie aus. „Man sollte jede Krise nutzen, um die richtigen Schlüsse zu ziehen“, sagte Schneider bei Sky Sport News HD und kündigte an: „Wir werden gemeinsam mit David Wagner zur neuen Saison den roten Faden wieder aufnehmen und da weitermachen, wo wir im Januar, Februar unterbrochen wurden.“

Schalke ist nach einer starken Hinrunde (Platz fünf) mittlerweile seit zehn Bundesligaspielen ohne Sieg – und inzwischen auf den neunten Rang abgerutscht. Schneider gab zu, dass der Europapokalaspirant in einer „handfesten Krise“ stecke und „den roten Faden verloren“ habe. An Wagner, der in der ersten Saisonhälfte „begeisternden“ Fußball spielen ließ, will der Manager festhalten. Eine Trainerdiskussion „wäre fehl am Platze“.

Schneider verwies erneut auf die Verletztenmisere vor der Corona-Zwangspause. „Uns ist in den vergangenen Monaten eine Achse weggebrochen“, sagte er. Beim Restart allerdings hatte sich die Personallage entspannt. Die extrem defensive Taktik in Düsseldorf verteidigte er als „vollkommen richtigen“ Ansatz. Wagner sei trotz der sportlichen Krise „gefestigt, aber auch angriffslustig und motiviert, den Bock wieder umzustoßen“.

Zehn sieglose Spiele in Serie mit 3:24 Toren für das nun schlechteste Rückrundenteam der Liga – hätte es nicht die starke Hinserie mit 30 Punkten gegeben, müsste der Tabellen-9. wohl noch ernsthaft um den Klassenverbleib bangen. Die Hoffnung auf Schalke war groß, die Krise, die Anfang des Jahres begonnen hatte, während der zehnwöchigen Corona-Pause überwunden zu haben. Stattdessen setzte es drei Klatschen in Dortmund (0:4), gegen Augsburg (0:3) und in Düsseldorf. An eine Europapokal-Rückkehr ist aktuell nicht zu denken.

„Wir können uns nicht so präsentieren wie in den letzten drei Spielen. Das ist ein gehöriger Negativlauf, den müssen wir schnellstens beenden. Am besten am Samstag“, sagte Schneider.

Allerdings klang es nicht besonders ermutigend, was Trainer Wagner nach der Pleite und der schwachen Vorstellung seines Teams in Düsseldorf feststellte: „Wir sind im Moment zu nichts anderem in der Lage.“  dpa

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