„Wenig lustig“

von Redaktion

DOSB: 75 Prozent der Verbände gefährdet

Berlin – Der Deutsche Olympische Sportbund schlägt Alarm. Die Dachorganisation sieht die Mehrzahl der Vereine und Verbände in akuter Gefahr zeichnet für den Fall ausbleibender Nothilfe des Bundes ein Bild des Schreckens. „Ich bin überzeugt, dass wir in wenigen Monaten Szenarien diskutieren, die wenig lustig sind, wenn keine Hilfe kommt“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann nach einer Befragung im Sportausschuss des Bundestages. Ohne Wettkämpfe und ohne Geld vom Bund werde „Sportdeutschland im kommenden Jahr nicht mehr wiederzuerkennen sein“.

Die von ihm prophezeite Katastrophe würde alle Bereiche des Sports betreffen – von den Vereinen und Verbänden bis hin zu Athleten, Trainern, Veranstaltern oder Profiligen. Um dies mit Zahlen und Fakten zu untermauern, präsentierte Hörmann am Mittwoch im Sportausschuss die Ergebnisse einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte, die die nationalen Verbände und Landessportbünde nach zu erwartenden Schäden durch die Corona-Krise befragt hat. Fazit: Die Schäden im organisierten Sport werden Milliardenhöhe erreichen.

Grundlage für diese Hochrechnung sind die Prognosen von den vier Landessportbünden in Bayern, Baden-Württemberg, Berlin und Sachsen-Anhalt. Daraus ermittelte Deloitte eine durchschnittliche Schadenshöhe pro Verein von 12 000 Euro, die multipliziert mit den 90 000 Vereinen unter dem DOSB-Dach mehr als eine Milliarde Euro ergibt.

Die Sportausschussvorsitzende hat mit dieser Kalkulation Probleme. Für sie seien „diverse Fragen offen geblieben, vor allem nach der wissenschaftlichen Belastbarkeit der vom DOSB angestellten Hochrechnungen“, sagte Dagmar Freitag (SPD). Zudem sei den Ausschussmitgliedern erst kurz vor der Sitzung eine bewertende Stellungnahme zur Studie vom DOSB zugeleitet worden. dpa

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