Wer will den teuren Lucas?

von Redaktion

Bayern bot Hernandez bereits zwei Clubs an, der Spieler selbst möchte bleiben

München – Das haben sich alle Beteiligten sicherlich anders vorgestellt. Ziemlich genau 13 Monate sind nun schon vergangen, seit der FC Bayern den Transfer von Lucas Hernandez verkündete und die Rekordsumme von 80 Millionen Euro für den Verteidiger von Atletico Madrid auf den Tisch legte. Bislang stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis nur bedingt, schließlich kommt der französische Weltmeister lediglich auf 16 Einsätze und insgesamt 843 Spielminuten im Dress des Rekordmeisters. Erst plagte sich Hernandez monatelang mit Verletzungen (Knieprellung, Innenbandriss im Sprunggelenk, Sehnenreizung) herum, hernach kamen David Alaba und Alphonso Davies um die Ecke und schnappten dem 24-Jährigen die beiden Stammplätze in der linken Abwehrhälfte weg. Endstation: Ersatzbank.

Nicht nur für den Spieler kein zufriedenstellendes Szenario, sondern auch für den Club. Die Bayern machten aus ihm nicht nur den Rekordeinkauf der Bundesliga, sondern statteten Hernandez zudem mit einem fürstlichen Gehalt im zweistelligen Millionenbereich aus. Zu viel Geld für einen Spieler, der verletzungsbedingt vier Spiele mehr verpasst hat, als er gespielt hat, und der auch jetzt, wo er wieder fit ist, keinen Platz in der Stammelf hat. Wie unsere Zeitung erfuhr, ist man an der Säbener Straße nicht abgeneigt, den Abwehrspieler rasch wieder zu verkaufen. Die Münchner haben Lucas sogar schon mehreren europäischen Topclubs angeboten.

Sowohl in den Verhandlungen mit Manchester City um Leroy Sané sowie bei Inter Mailand, mit dem die Bayern aufgrund der Zukunft von Leihspieler Ivan Perisic in Verbindung stehen, ist der Name Hernandez gefallen. Konkret wurde es noch nicht, noch ist der Corona-Transfermarkt aber auch nicht losgegangen. Dass Lucas jedoch auf dem Markt ist, zeigt auch das kolportierte Interesse des neureichen Premier-League-Clubs Newcastle United. Einziges Problem: Der Spieler selbst will nicht weg, sondern sich in München durchsetzen. „Lucas wird nicht wechseln und definitiv bei den Bayern bleiben“, sagte sein Berater Manuel García Quilón jüngst bei Sky Sport News HD. Dafür muss er früher oder später Trainer Hansi Flick dazu bringen, seine aktuell bestens agierende Hintermannschaft umzubauen. Ein Vorhaben, das selbst Flick als durchaus kompliziert empfindet. „Aktuell ist das Vertrauen in die Viererkette da“, erklärte der Coach nach dem Sieg bei Union Berlin. „Wir werden versuchen, Lucas immer die Möglichkeit zu geben, zu spielen. Er ist ein Spieler mit sehr viel Herz. Wir haben noch wichtige Spiele. Da wird er für uns mit Sicherheit seinen Dienst leisten. Er macht im Training einen sehr guten Eindruck.“

Aus dem Umfeld des Spielers ist zu hören, dass er der beste Innenverteidiger sei, den Bayern aktuell hat. Zeit, es auch zu zeigen.

JOSÉ CARLOS MENZEL LÓPEZ

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