Bremen – Weniger Erklärungen, mehr Siege – seit Florian Kohfeldt ausschweifende Analysen zur Lage bei Werder Bremen komprimiert und reduziert hat, haben die Hanseaten im Abstiegskampf Tritt gefasst. Für den sportlichen Erfolg bremst der Trainer seinen Redefluss gern. „Jetzt geht es nicht darum, etwas zu erklären. Es geht darum, im Tunnel zu bleiben und Mittwoch wieder alles rauszuhauen. Um nichts anderes!“, sagte Kohfeldt nach dem 1:0-Sieg bei Schalke 04. Denn der erste Abstieg seit 40 Jahren ist an der Weser nach wie vor ein Szenario des Schreckens.
Mit sieben Punkten und ohne Gegentor kam der Tabellenvorletzte aus der englischen Woche, die Schlagdistanz zum rettenden 15. Platz ist zweifellos erst einmal wiederhergestellt.
Auch eine Werder-Legende schöpft wieder Hoffnung. Rune Bratseth hat seine Forderung nach einer Ablösung von Kohfeldt zurückgenommen. „Es war falsch, zu sagen, dass der Trainer gehen muss“, sagte Bratseth im „NDR-Sportclub“. Der 59-Jährige ergänzte: „Ich bin da kein Experte oder Richter, der sagen kann, dass der Trainer weg muss.“
Bratseth hatte die 1:4-Niederlage der abstiegsgefährdeten Bremer im ersten Spiel nach der Corona-Pause gegen Bayer Leverkusen für den norwegischen Sender Viasat verfolgt und mit Bezug auf Kohfeldt gesagt: „Das sollte sein letztes Spiel gewesen sein.“ Später erneuerte Bratseth im „Kicker“: „Ich will mich nicht in die Vereinspolitik einmischen“, sagte er nun. Aber er glaube nicht, „dass in dieser Konstellation noch eine Wende möglich sein wird“. sid/dpa