Herz und Leidenschaft sind nicht genug

von Redaktion

2. Liga: Dresden verliert beim Neustart gegen Stuttgart mit 0:2 – Spitzentrio im Gleichschritt

Dresden – Seinen Spielern ging die Puste aus, die Geisterkulisse störte, und auch an der sportlich prekären Lage änderte sich nichts. Markus Kauczinski hatte sich als Trainer von Dynamo Dresden vom lang ersehnten Comeback in den Spielbetrieb der 2. Bundesliga mehr erhofft.

Gegen den VfB Stuttgart, der den zweiten Platz vor den Verfolgern Hamburger SV und 1. FC Heidenheim festigte, hatte der Tabellenletzte am Sonntag das erste Spiel nach 84 Tagen mit 0:2 verloren. Angesichts des durchaus mutigen Auftritts und der schwierigen Umstände war Kauczinski dennoch zufrieden. „Für das, was wir im Tank haben, war das ein gutes Spiel. Wir haben alles reingeworfen“, sagte er.

Als letzter der 18 Zweitligisten griff Dresden am Sonntag wieder ins Spielgeschehen ein. Am 9. Mai waren die Sachsen nach drei positiven Coronatests geschlossen in Quarantäne geschickt worden, das Mannschaftstraining nahm das Team erst am vergangenen Wochenende auf.

Die fehlende Spielpraxis war Dynamo teilweise anzumerken. Das Kauczinski-Team trat zwar defensiv konzentriert auf und zeigte großen Einsatz, tat sich im Aufbauspiel aber schwer. Oft stimmte das Timing nicht, gewonnene Bälle schenkte man zu leichtfertig her.

„Ich habe nach einer Woche Training nicht erwartet, dass wir die Mannschaft an die Wand spielen“, sagte Kauczinski. Man habe gemerkt, dass die Spieler am Ende „ein bisschen nachlassen“, auch die „letzte Präzision“ habe gefehlt. Trotzdem: „Wir haben gezeigt, dass wir Dinge ausgleichen können, auch gegen eine Mannschaft wie Stuttgart.“

Diese war gegen Dresden zwar dominant, spielte ihre größere individuelle Klasse aber zu selten aus. Das, glaubte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo, lag auch an Dresden. „Sie haben unfassbar leidenschaftlich gespielt. Man hat nicht erwartet, dass sie nach so einer Situation so lange geschlossen und mit so viel Energie auf dem Platz stehen können“, sagte er. Hamadi Al Ghaddioui (19.) und Youngster Darko Churlinov (88.) hatten Stuttgart auf Bundesliga-Kurs gehalten.

Der Sieg war allerdings nötig, weil auch die Konkurrenz dreifach punktete. Spitzenreiter Arminia Bielefeld setzte sich bereits am Samstag mit 2:1 bei Holstein Kiel durch. Und auch der Hamburger SV siegte. Die Hanseaten hatten beim 3:2 gegen Wehen-Wiesbaden aber viel mehr Mühe als erwartet.  sid

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