München – Zwei Tore hinten, Aufholjagd, Siegtor Owusu, Jubelorkan bis runter zum Kolumbusplatz! So trug es sich zu beim letzten 1860-Heimspiel vor der Corona-Pause, dem wahnwitzigen 4:3 gegen Chemnitz.
13 Wochen später weiß die Drittliga-Welt: Diese Löwen beherrschen das Auferstehen auch vor leeren Rängen. 3:2 nach 0:2 gegen Spitzenreiter Duisburg, Siegtor Owusu, Sprung auf Platz drei – wo soll das noch hinführen, wenn nicht in Liga zwei? Eine Bestandsaufnahme der BeGEISTER-Löwen.
Psyche: „Wir haben die Mannschaft drauf vorbereitet, das fehlende Faustpfand der Fans zu kompensieren“, sagte Trainer Michael Köllner. „Auch das zweite Gegentor hat uns nicht geschockt. Danach sind wir richtig heiß gelaufen.“ Die Erfolgsserie (nun 15 Spiele ohne Niederlage) dient als sich selbst ladender Kraftspender. „Das ist unser Selbstverständnis“, sagt Stefan Lex. Und Sascha Mölders legt nach: „Selbst bei 0:3 hätten wir an uns geglaubt. Wir sind jetzt Dritter und davon wird uns niemand mehr verdrängen!“
Kader und Taktik: Köllner konnte nach dem 0:2 mit Willsch und Owusu nachlegen. „Wir haben versucht, mehr über die Halbräume zu kommen“, skizzierte er seinen Plan. Willsch habe für Extra-Tempo auf rechts, gesorgt, mit Owusus Robustheit gab es die Möglichkeit, „anders auf Pressingmomente zu reagieren.“ Zusatz: „Wenn das nicht funktioniert hätte, dann hätt’ ich schon noch was anderes im Kopf gehabt.“ So blieben mit Niemann und Karger zwei Pfeile im Köcher, die bald noch wichtig werden dürften.
Körperliche Stärke: Köllner sieht das Team gewappnet für die Dauerlast: „Die Mannschaft hat in der langen Pause gut gearbeitet, deshalb hatten wir hinten raus noch einige Körner.“ Lex: „Gerade in der englischen Woche wäre es auch schön, mal in Führung zu gehen um Kräfte schonen zu können.“ Am Mittwoch (20.30 Uhr, Magentasport) geht’s in Kaiserslautern weiter.
Clubpolitik: In der zweiten Juniwoche wird der Beirat über den neuen Finanzchef entscheiden, Favorit ist e.V.-Kandidat Marc-Nicolai Pfeifer (39, Stuttgarter Kickers). Wie es um das Binnenverhältnis der Gesellschafter bestellt ist, ließ sich am Sonntag auf der Tribüne beobachten. Bei den Toren jubelten die Ismaik-Vertreter Anthony Power und Saki Stimoniaris getrennt von den Vereins-Funktionären Hans Sitzberger, Sebastian Seeböck und Roman Beer. Social Distancing in Perfektion.