Mit gemischten Gefühlen ins Hotel

von Redaktion

Ehrlich gesagt: Als wir uns am Freitag für drei Wochen im Leonardo Royal Hotel eincheckten, hatte ich gemischte Gefühle. So ein Quarantäneturnier ist für jeden eine völlig neue Situation. Keiner weiß, was auf uns zukommt. Nur eines ist klar: Wir müssen das Beste daraus machen.

Schon am ersten Tag habe ich gemerkt, dass das Leben im Hotel gewöhnungsbedürftig ist. Wir mussten die meiste Zeit auf den Zimmern verbringen, konnten nicht unseren perfekten Tagesrhythmus vor Spielen einhalten. Weil noch die Resultate unseres finalen medizinischen Tests auf Covid-19 fehlten. Natürlich gibt es Angenehmeres, als sich einen Abstrich machen zu lassen. Aber ich hatte keine Sorge, dass sich einer von unserer Mannschaft angesteckt haben könnte. Wir haben uns die ganzen Wochen über strikt an die Hygiene-Vorschriften gehalten, da waren alle vorbildlich. Das hat sich dann auch in den vielen Tests bestätigt. Allerdings mussten wir bis 21 Uhr warten, bis die letzten Ergebnisse bekannt gegeben wurden. Erst um 22 Uhr konnten wir zum Abendessen.

Auch die Stunden vor dem ersten Spiel gegen Ulm haben sich komisch angefühlt. Wir sind es im Audi Dome ja gewohnt, dass uns 5000, 6000 Fans empfangen und uns eine Energie geben, die wir auf das Spiel übertragen. Davon war in der leeren Halle natürlich nichts zu spüren. Es wurde ja in den letzten Wochen viel davon gesprochen, dass wir Heimvorteil hätten. Mein erster Eindruck ist: Von wegen Heimvorteil – es ist fast das Gegenteil. Das meiste in der Halle war für uns ungewohnt in gewohnter Umgebung. Und so haben wir auch gespielt. Wir haben es absolut nicht geschafft, Power und Aggressivität aufs Spielfeld zu bringen.

Als Kapitän kann ich dazu nur sagen: Das muss sich schleunigst ändern.

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