München – Freundschaft mit Hindernissen – so lässt sich die Beziehung der beiden Bayern-Stars Joshua Kimmich (25) und Serge Gnabry (24) gut beschreiben. Beide wurden mit dem VfB Stuttgart B-Jugendmeister der Staffel Süd/Südwest, danach verließ Gnabry den VfB in Richtung London und Kimmich wechselte ein Jahr später zu RB Leipzig. Obwohl sie schon im Kindesalter gut befreundet waren, konnten sie den Kontakt nicht mehr so aufrecht halten wie erhofft.
„Man weiß nie, wo beide Wege hinführen werden. Aber wir sind jetzt auf so einem Level, wo wir uns nie aus den Augen verlieren werden – auch privat“, erklärt Gnabry in einer ZDF-Dokumentation über Kimmich. Dort wird unter anderem gezeigt, wie die beiden Spieler ihre Freizeit verbringen – in der Harlachinger Einkehr beim Backgammon.
„Serge und ich fragen uns öfters, wieso wir überhaupt befreundet sind. Wir könnten kaum unterschiedlicher sein. Er ist ein komplett anderer Typ als ich. Er ist schon einer, der so eine gewisse Lockerheit mitbringt und mich schon so ein bisschen bremsen und runter holen kann“, erzählt der Mittelfeldspieler darin. Gnabry erwidert: „Es ist schon oft so, dass ich innerlich Lachen muss oder mal zurück schreie, dass er sich beruhigen soll. Aber so ist er einfach. Und ohne das ganze wäre er da nie auf das Niveau gekommen, das er heute hat.“
Aber was zeichnet die Freundschaft der beiden dann aus? Eine klare Sache für Gnabry: „Wichtig ist, dass wir auch echt tiefgründige Gespräche haben. Wir wissen auch familiäre Dinge vom anderen. Es ist auch eine wichtige Basis, zu wissen, dass du vielleicht einen Freund fürs Leben gefunden hast.“ Unstimmigkeiten zwischen den beiden gibt es allerdings auch mal – und zwar wenn es um das Kind von Kimmich geht. „Auf jeden Fall bin ich Patenonkel von deinem Sohn, auch wenn es nirgendwo steht“, sagt Gnabry in der Doku, worauf Kimmich ihn korrigiert: „Ich habe es dir schon mal gesagt, beim vierten Kind wirst du Patenonkel.“
Dass er seinem Kumpel nicht das Patenonkel-Amt übertragen hat, begründet der junge Vater: „Ich werfe ihm da immer vor, dass unser Kontakt ein bisschen ins Stocken geraten ist, als er zu Arsenal gewechselt ist. Ich sage dann immer: Wenn einer von uns weg ist, dann meldest du dich nicht mehr. Das kann ja nicht sein, dass du dann Patenonkel bist.“ MANUEL BONKE