Krefeld – Jubeltänze auf dem Rasen, ein überglücklicher Michael Köllner mittendrin. Die blauen Aufholjäger sind wieder da! Nach der 1:2-Niederlage gegen Würzburg meldeten sich die Löwen beim KFC Uerdingen eindrucksvoll im Aufstiegsrennen zurück, siegten nach 0:1-Pausenrückstand durch Treffer von Böhnlein, Klassen und Bekiroglu am Ende verdient mit 3:1 – und kletterten vorübergehend auf Platz vier.
„Das war ein schwieriges Spiel“, befand Köllner sichtlich erleichtert. „Wir hatten zuletzt den Nachteil, dass wir immer einen Tag weniger Pause hatten als der Gegner. Für den einen oder anderen mag es gewagt gewesen sein, mit acht neuen Spielern zu kommen. Aber es hat sich ausbezahlt. Wir waren hinten raus frischer. Beim Kontern musst du schnell und klar spielen.“
Köllner, der Rotations-König. Kontern statt kraftraubendem Ballbesitzfußball, hieß die Devise des Trainers. Frische statt Erfahrung. Von der Würzburg-Aufstellung waren nur Hiller, Wein und Rieder übriggeblieben, die wohl größte Überraschung hieß Kristian Böhnlein, der zum ersten Mal überhaupt in dieser Saison von Beginn an ran durfte – und mit seinem Ausgleichstor zu einem der Helden des Abends wurde. Eine Halbzeit lang hatte es trotzdem nicht so ausgesehen, als würde Köllners Plan aufgehen. Nach vorne fiel den Löwen so gut wie nichts ein. Richtig alt sah Owusu aus, der kurz vor der Pause ungedeckt eine Freistoßflanke von Wein verpasste. Zu diesem Zeitpunkt stand’s schon wieder 0:1 – wie in jedem Corona-Spiel. Nach einem abgewehrten Freistoß hatte Ex-Bayer Frank Evina flach von rechts nach innen passen dürfen, am Pfosten bedankte sich Ex-Löwe Adriano Grimaldi, der sein erstes Saisontor bejubelte (36.). Gebhart und Owusu waren ins Leere gegrätscht.
Doch: Karger zielte auf Konter-Vorlage von Gebhart nur knapp links vorbei (49.), beim Ausgleich half auch das Glück mit. Matuschyk hatte einen Freistoß aus dem Halbfeld vor die Füße von Böhnlein abgefälscht, Dropkick aus 18 Metern in den linken Winkel – 1:1! (57.). Uerdingen war geschockt. Und Köllner legte nach. Lex und Bekiroglu kamen für Karger und Niemann, fünf Minuten später hatten die Löwen das Spiel gedreht. Klassen ging auf links ab, schickte Lex, perfekter Pass nach innen, wieder Klassen – 2:1! (66.). Bekiroglu setzte in der Nachspielzeit den Schlusspunkt. „Das 1:1 war sicher glücklich, aber so wie wir danach gespielt haben, das spricht für unsere mentale Stärke“, sagte Köllner.