Die Pleite hat ihren Schrecken verloren: Der hoch verschuldete 1. FC Kaiserslautern nutzt als erster Drittligist die günstigen Rahmenbedingungen als Folge der Coronakrise und meldet Insolvenz an. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Wäre dieser drastische Schritt vor wenigen Monaten noch als das Ende des viermaligen Meisters gesehen worden, bietet sich dem tief gefallenen FCK nun die Chance auf eine bessere Zukunft.
Das Zauberwort bei den Pfälzern, die über 20 Millionen Euro Schulden angehäuft haben (15 Millionen fehlen für kommende Saison), heißt Planinsolvenz. Der Traditionsverein möchte sich in Eigenregie sanieren und so interessant für Investoren machen. Der Gang vor das Amtsgericht fällt den Verantwortlichen nicht allzu schwer, da der DFB den obligatorischen Abzug von neun Punkten aufgrund der Pandemie ausgesetzt hat. Die Bedingungen für eine Sanierung durch eine Pleite waren nie besser.
Den Roten Teufeln bleibt ohnehin kein anderer Ausweg, da die Gespräche mit den Gläubigern über einen Schuldenschnitt ergebnislos blieben. Aus FCK-Sicht wäre ein umfassender Forderungsverzicht vonnöten gewesen, um neue Geldgeber anzulocken. Für Investoren scheint der Club nur dann interessant, wenn er saniert ist.