Als Kutzop verschoss …

von Redaktion

Bayern – Werder war einst ein Klassiker

München – Der deutsche Classico – so wird heute das Duell FC Bayern gegen Borussia Dortund weltweit angepriesen. Logisch: Schließlich war der BVB in den vergangenen elf Jahren der einzige Meister, der nicht FCB hieß. Doch davor gab es auch einen Nord-Süd-Klassiker: Bremen gegen Bayern. Als zukünftiger Meister geht Das waren Zeiten, in denen sich beide auf Augenhöhe begegneten.

Nach dem Wiederaufstieg aus der einzigen Zweitliga-Saison 1980/81 etablierte sich Bremen unter Trainer Otto Rehhagel und Manager Willi Lemke schnell als ernstzunehmender Bayern-Rivale. Beim Duell der beiden Teams am 21. August 1982 wurde Fußball-Geschichte geschrieben. Werder-Spieler Uwe Reinders erzielte das legendäre Einwurf-Tor. Denn Bayern-Torwart Jean-Marie Pfaff hatte den Ball noch berührt, bevor er die Linie überquerte. Hätte er die Finger weggelassen, hätte das Tor als direkter Einwurf nicht gezählt.

Die Saison 1985/86 steht ganz im Zeichen des Nord-Süd-Gipfels. Am 23. November 1985 empfangen die Bayern die Bremer. Kapitän Klaus Augenthaler foult Bremens Torjäger Rudi Völler so schwer, dass der fünf Monate ausfällt. Doch am 33. Spieltag scheint die Zeit der Revanche für Bremen gegen Bayern gekommen. In der 88. Minute gibt’s Elfmeter, Bremens Michael Kutzop tritt an – ein Tor, und Werder wäre Meister. Doch der Ball klatscht an den Pfosten, die Partie endet 0:0, Bayern gewinnt am letzten Spieltag den Titel. Ironie der Geschichte: Kutzop verwandelte alle 40 anderen Elfer in seiner Karriere.

Bremen holte dann aber 1988, 1993 und 2004 den Titel – jeweils vor den Bayern. Vor 16 Jahren gar durch einen 3:1-Sieg im Münchner Olympiastadion gegen den FCB. Die Bilder des nackten Torschützen Ailton im Entmüdungsbecken waren nicht ganz jugendfrei. Von Titeln ist Bremen (Dritter der ewigen Bundesliga-Tabelle) heute ganz weit weg…  bb

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