München – Die Bilanz nach der Gruppenphase ist ernüchternd. Zwei deutliche Siege gegen personell dezimierte Mannschaften konnten die Bayern-Basketballer einfahren, gegen die starken Teams aus Oldenburg und Ulm verlor man jedoch. Durch den dritten Rang in Gruppe A spielt der FCBB in den anstehenden Playoffs zunächst gegen den Zweitplatzierten aus der Gruppe B – Ludwigsburg. Das Team von John Patrick unterlag Alba Berlin am Montagabend, zeigte trotzdem eine gute Leistung. Die Münchner treffen also gleich zum Start der K.o.-Phase auf ein formstarkes Spitzenteam. Damit der Weg zur Deutschen Meisterschaft nicht schon nach den beiden Viertelfinalspielen am Mittwoch (20:30 Uhr/Magenta Sport und Sport1) und Freitag (16:30 Uhr/Magenta Sport) vorbei ist, müssen sich die Roten deutlich steigern.
Kein Auftritt als Team
Bei der 81:89-Pleite gegen Oldenburg am Sonntag gab es mehrere Phasen, in denen die Münchner die Partie durch starke Sequenzen mit vielen eigenen Punkten wieder spannend machten. An eine Aufholjagd schien im Lager der Bayern aber wohl trotzdem keiner richtig zu glauben: „Als wir mit fünf oder sechs Punkten hinten waren, sah es so aus, als wäre das Spiel schon vorbei. Aber es waren noch 15 Minuten zu spielen“, sagte Vladimir Lucic. Bezeichnend auch die Auszeit im letzten Viertel, als Coach Oliver Kostic seine Mannen energisch aufforderte, dass sie doch endlich als Team auftreten und sich nicht aufgeben sollen. Nach der Niederlage im letzten Gruppenspiel schlichen die Bayern mit gesenkten Köpfen in die Kabine. Es gibt zwar Führungsspieler im Kader wie Kapitän Danilo Barthel oder Lucic, die auf dem Court mit guten Leistungen vorangehen. Kostic hat es jedoch nicht geschafft, eine Einheit aus den Spielern zu formen. Als Lucic nach der Oldenburg-Pleite gefragt wurde, ob derzeit das Feuer im Team und die Unterstützung von der Bank fehle, antwortete der Serbe knapp aber vielsagend: „Wahrscheinlich.“
Verteidigung defizitär
Coach Kostic monierte es auch nach dem letzten Gruppenspiel wieder, die Eins-gegen-eins-Verteidigung habe ihm gar nicht gefallen. 95 Punkte haben die Münchner von Ulm kassiert, 79 von der Rumpftruppe aus Crailsheim, am Sonntag 89 gegen Oldenburg. Einzig beim Erfolg über Göttingen wirkte die Verteidigung stabil. Defensivspezialist und Neuverpflichtung Ismet Akpinar kann bislang in der Verteidigung keine entscheidenden Impulse liefern. Unter dem eigenen Korb wird nicht konzentriert genug gearbeitet, so kommen die Gegner immer wieder zu zweiten Chancen und einfachen Punkten.
Offensive Idee fehlt
Besonders in engen Spielen fehlt den Münchnern ein klares System in der Offensive. Dies führt immer wieder zu fahrigen Angriffssequenzen und Ballverlusten, die von den Gegnern für schnelle Gegenangriffe genutzt werden. „In diesem Moment haben wir es nicht geschafft, es zusammen aus dem Loch zu schaffen, auch ich kann mich an so einen Wurf von mir erinnern“, sagte Paul Zipser, der zugleich fordert: „Wir dürfen nicht rumheulen.“ Auch Kostic versichert, dass seine Mannschaft „noch am Leben“ sei. Der Beweis muss dann am Mittwoch zum Start der Playoffs auf dem Parkett geliefert werden.