FCBB im Final10 gefordert

Wankend in den Stresstest

von Redaktion

NICO-MARIUS SCHMITZ

Die Ansprüche bei den Basketballern des FC Bayern sind bekanntlich hoch. National wird nichts anderes als die Deutsche Meisterschaft akzeptiert. Bei der Niederlage gegen Oldenburg misslang es den Münchnern jedoch, wie ein ernsthafter Titelkandidat aufzutreten.

Der Patzer könnte schwerwiegende Folgen mit sich ziehen. Durch Rang drei in Gruppe A muss der FCBB bereits zum Auftakt der Playoffs gegen die starken Ludwigsburger bestehen. Somit steht schon zu einem frühen Zeitpunkt des Turniers der absolute und selbst verschuldete Stresstest bevor. Vor Beginn des Final10 bekräftigte Geschäftsführer Marko Pesic („Wir werden diesen Wettbewerb nicht spielen, um Zweiter zu werden“) den eigenen Anspruch auf die Deutsche Meisterschaft. Ein vorzeitiges Ausscheiden wäre fatal – aber nach den Leistungen in der Gruppenphase nicht überraschend.

Es ist ohnehin nicht die Saison der Bayern. Die Hoffnung, in der Euroleague zu den besten Teams aufschließen zu können, wurde rasch zerstört. Während es international nicht lief, konnten sich die Münchner immerhin in der BBL als Tabellenführer behaupten. Mit entsprechend breiter Brust startete das Team von Coach Oliver Kostic in das Meisterturnier. Ein Turnier, das nicht nur für den deutschen Basketball allgemein, sondern auch speziell für die Roten eine große Chance bietet. Der Streamingdienst MagentaSport verkündete, dass die Partien des amtierenden Meisters während des Turniers bislang Zuschauer im sechsstelligen Bereich anlocken. Die Spiele werden in zwei Dutzend Ländern gezeigt, die Münchner können sich im heimischen Audi Dome ins Rampenlicht spielen. Der Verein kann zudem beweisen, dass er nach wie vor eine Top-Adresse für Stars ist.

Erst muss jedoch ein deutlicher Ruck durch die Mannschaft gehen. Selbstkritische Äußerungen wie nach dem Oldenburg-Spiel sind lobenswert, das Feuer sollte jedoch auch auf dem Parkett zu spüren sein. Spielen die Bayern zum Auftakt der Playoffs wieder nur auf Sparflamme, ist im Viertelfinale Schluss. Eine eh schon durchwachsene Saison würde dann zum Desaster werden.

Durch den Gewinn der Meisterschaft könnte der FCBB die Saison doch noch mit erhobenen Köpfen beenden. Für die Zukunft muss jedoch dringend infrage gestellt werden, ob der aktuelle Kader zur Erfüllung der traditionsgemäß hohen Ziele in München genügt.

nico.schmitz@ovb.net

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