Augsburg – Der Club in der Liga, den der FC Augsburg am wenigsten mag, ist RB Leipzig. Einige Male standen sich Vertreter von Schwaben und Sachsen schon in körperlicher Bedrohlichkeit gegenüber. Die Beziehungen werden sich nicht wesentlich verbessern. Angesichts der eigenen 1:3-Niederlage am Mittwochabend gegen die TSG Hoffenheim wäre Augsburg auf Leipziger Schützenhilfe angewiesen gewesen, um sich nach dem 32. Spieltag schon gesichert und für ein zehntes Jahr in der Bundesliga zu sehen. Leipzig hatte Düsseldorf zu Gast, das dem FCA noch gefährlich werden kann – und gab einen 2:0-Vorsprung aus der Hand. Endstand dort ein 2:2, wodurch die Fortuna den FC Augsburg in zumindest noch theoretischer Erreichbarkeit hat. Am Samstag muss Augsburg nach Düsseldorf.
Englische Woche plus Abstiegskampf – Augsburgs Trainer Heiko Herrlich baute drei Tage nach dem 1:0-Sieg in Mainz seine Startelf um, da musste dann auch Torschütze Florian Niederlechner weichen. Man ging es mit maximaler Routine an. Es kamen rein: Stephan Lichtsteiner, 36, Ex-Weltstar, Marek Suchy, 32, Abwehr-Haudegen, Daniel Baier, 36, zuletzt übersehener FCA-Bundesligarekordspieler, und Alfred Finnbogason, 31, der isländische Torjäger, dessen Karriere im steten Wechsel zwischen Drang nach Höherem und Verletzungsrückschlag verläuft. Sie trieben das Durchschnittsalter nach oben – gemessen daran entwickelte sich gegen die TSG Hoffenheim aber eine Partie mit gehobenem Tempo. Verweilen im Mittelfeld stand bei beiden Mannschaften nicht im Konzept, es ging hin und her.
Hoffenheim war torgefährlicher. Fast mit dem Pausenpfiff konnte FCA-Torwart Luthe einen Kopfball von Baumgartner noch an den Querbalken stupsen, in der 58. Minute klatschte ein Kopfball von Hübner an die Latte. Es deutete sich was an – und es trat dann ein: 59. und 62. Minute, jeweils war Munas Dabbur für die TSG zur Stelle. Sehr erlöster Jubel, denn für die Kraichgauer geht es noch um einen internationalen Startplatz im Wettrennen mit Wolfsburg und Freiburg.
Augsburg kam durch Ruben Vargas zum Anschlusstor (70.), Hoffenheim hatte durch den eingewechselten Maximilian Beier noch den dritten Lattentreffer des Abends. Und Bebou brachte den Ball in der 89. Minute zum 3:1 für die TSG über die Linie.
GÜNTER KLEIN