Joshua Zirkzee: Kam gestern im knallbunten Pullover aus Bremen zurück. Hat aber auch ohne auffällige Klamotte in dieser Saison meist für Aufsehen gesorgt, wenn er gefragt war. Ohne die Tore des Holländers in Freiburg und gegen Wolfsburg wären die Bayern mit deutlich mehr Rückstand in die Winterpause gegangen. Verliert der 19-Jährige nicht die Bodenhaftung – oder wird von allen guten Geistern verlassen –, kann man sich auf eine Zukunft mit ihm freuen.
Benjamin Pavard: Der Franzose war von den beiden neuverpflichteten Weltmeistern eigentlich derjenige, dem man weniger Spielminuten vorausgesagt hätte. Pavard aber wurde zu einem echten Dauerbrenner auf der rechten Verteidiger-Position. Er konnte dort zwar nicht für ganz so viel Furore sorgen wie Davies auf der linken Seite, machte seine Sache aber stets solide. Einen Mr. Zuverlässig braucht jede Mannschaft. Und wenn der dann noch so viel rennt, vier Treffer vorbereitet und fünf Tore schießt, dann passt das doch.
Jerome Boateng: Totgesagte leben länger – das gilt auch außerhalb von gruseligen Corona-Zeiten. Jerome Boateng steht für dieses Sprichwort stellvertretend. Eigentlich wollte er schon im Sommer weg, dann aber musste er bleiben – und machte das Beste draus. Neue Ernährung, voller Fokus, dazu ein Trainer, der auf ihn setzt. Wer Boateng in Bremen gesehen hat, kann ihn sich aus dieser Mannschaft im Moment nicht wegdenken. Sein einziges Problem: dass David Alaba manchmal noch ein bisschen besser ist. Sonst wäre er auch noch Abwehrchef.
Thiago: Eine Saison mit Aufs und Abs. Zu Beginn der Spielzeit war der Spanier noch Dreh- und Angelpunkt unter Niko Kovac, nach einem Formtief ließ der Kroate ihn allerdings links liegen. Der Spanier drehte erst wieder unter Hansi Flick auf. In den ersten Spielen nach der Winterpause glänzte er als Vorbereiter, Vollstrecker und kongenialer Nebenmann von Kimmich im zentralen Mittelfeld. Kein Wunder, dass die Münchner ihm bereits ein unterschriftsreifes Vertragsangebot vorgelegt haben. Thiago zögert allerdings noch. Den Grund kennt niemand so wirklich. In guten Zeiten hat Thiago diese Saison gezeigt, dass er auch auf höchstem Niveau ein Spieler ist, der den Unterschied machen kann – wenn sein Körper mitspielt.
Leon Goretzka: Der schlacksige Mittelfeldspieler ist als Muskelpaket aus der Corona-Pause gekommen. Dass er weiß, wie er seinen muskulösen Körper sinnvoll einsetzen kann, hat er seit dem Restart eindrucksvoll bewiesen. Während er in der Rückrunde mit sechs Treffern getrost als unverzichtbar bezeichnet werden kann, spielte der Nationalspieler in der Hinrunde allerdings kaum eine Rolle. Umso bemerkenswerter ist es, dass Goretzka aktuell auf dem besten Weg ist, ein Führungsspieler zu werden. Nicht umsonst vergleicht man ihn mit Michael Ballack.
Kingsley Coman: Das hochsensible Rennpferd, wie Jupp Heynckes den französischen Außenstürmer einst nannte, hat nicht seine beste Saison hinter sich. So richtig in Fahrt kam Coman gefühlt nie. Das hatte zum einen (mal wieder) mit seinem Verletzungspech zu tun, und zum anderen mit der Tatsache, dass ihm Flügel-Kollege Serge Gnabry in dieser Spielzeit schlichtweg die Show stahl. Von der Kontinuität eines Arjen Robben oder Franck Ribéry ist er weit entfernt.
Ivan Perisic: Der Flügel-Ersatzmann tat das, was von ihm erwartet wurde: Perisic war zur Stelle, wenn es darauf ankam. Wann immer der Kroate in der Startelf stand oder eingewechselt wurde, strahlte er eine permanente Torgefahr aus. Allerdings hatte er auch großes Verletzungspech, als er sich Anfang des Jahres eine Fraktur im Außenknöchel zuzog. Trainer Hansi Flick ist mit dem Einsatz und der Leistung von Perisic trotzdem zufrieden, könnte sich eine feste Verpflichtung vorstellen.