München – Der erste Streich ist keine drei Tage alt. Da schwört sich der FC Bayern auch schon auf die nächste große Aufgabe ein – das Triple. Gestern Vormittag an der Säbener Straße: Thomas Müller schnappt sich auf dem Trainingsplatz ein Mikro und spricht im Stile eines Staatschefs zu den Mitarbeitern, die sich mit Meistershirts an den zahlreichen Fenstern und Balkonen der Geschäftsstelle versammelt haben und dem Tripleschwur des rot-weißen Anpeitschers lauschen. „Vielen Dank, dass wir hier zusammengekommen sind“, ruft Müller der jubelnden Belegschaft zu.
„Wir haben die Meisterschaft auch für euch gewonnen. Wir sind uns dessen bewusst, dass der ganze Laden ohne euch Mitarbeiter nicht läuft. In der Corona-Phase war es nicht leicht. Aber gewöhnt Euch nicht zu sehr ans Homeoffice.“ Und dann folgen die Worte, auf die alle gewartet haben. Nach der achten Meisterschale in Folge schwört der 30-Jährige die Bayern auf den DFB-Pokal und die Champions League ein. „Jetzt müssen wir wieder durchziehen. Wir ziehen auf jeden Fall durch bis Ende August. Wann ist das Finale (der Königsklasse, d. Red.)? Am 23. August. Dann sehen wir uns am 24. wieder hier.“
Nach Müllers Mia-san-mia-Rede übernimmt Hansi Flick das Mikro. Nach seinem ersten Titel als Cheftrainer der Münchner gibt auch er voller Selbstbewusstsein den Henkelpott als Ziel und Krönung der wohl außergewöhnlichsten Saison überhaupt aus. „Einfach nur Danke sagen möchte ich“, so der 55-Jährige.
Und weiter: „Es macht Spaß, für den Verein zu arbeiten. Da seid ihr sehr wichtig. Wir spielen auch für euch. Wir konzentrieren uns die letzten Wochen und geben unser Bestes. Wie hoffen, dass wir euch am 24. August hier wiedertreffen.“ Für Müller wäre es der zweite Triumph in der Champions League nach dem Triple 2013.
In einem Interview mit dem Clubmagazin „51“ erinnert er sich an seine ersten Jahre beim FC Bayern, die nicht immer einfach waren. Aufgrund seiner Statur wurde er oft belächelt, das war Müller aber egal. „Da können die Leute Storchenbein und sonst was sagen – wenn du am Ende 2:0 gewinnst, hast du Respekt.“
So auch jetzt, nach seiner neunten Schale in Folge.