München – Giesing ist im Münchner Profifußball gefragter denn je. Mit dem FC Bayern II und dem TSV 1860 tragen bereits zwei Drittligisten ihre Heimspiele im Grünwalder Stadion aus. Allerdings möchte auch Türkgücü, aktuell Spitzenreiter in der Regionalliga Bayern, sein Aufstiegsrecht wahrnehmen – und seine künftigen Drittliga-Heimspiele am liebsten auch im Städtischen Stadion austragen. Nach langem Hin und Her wurde nun eine Lösung gefunden: Die Bayern Amateure, die Sechzger und Türkgücü spielen in der neuen Saison im Grünwalder. Aber: Türkgücü wird einige Heimspiele außerdem im Olympiastadion austragen.
Für Bayern II kam ein Umzug nie infrage. „Wir haben in den letzten Monaten gemeinsam mit den betroffenen Vereinen und der Stadt München sehr gute und konstruktive Gespräche zur zukünftigen Belegung des Grünwalder Stadions geführt. Der FC Bayern hat sich stets mit Nachdruck dafür eingesetzt hat und wird weiter dafür eintreten, dass unsere zweite Mannschaft auch in Zukunft im Grünwalder Stadion spielen wird. Wir sind froh, dass wir für kommende Saison diesbezüglich eine Einigung herbeiführen konnten. Ein großes Dankeschön geht hierbei an die Stadt für die zielführende und ergebnisorientierte Moderation der Gespräche“, kommentiert FCB-Präsident Herbert Hainer gegenüber unserer Zeitung die Entscheidung.
Ein Umzug an den Bayern-Campus, wie ihn beispielsweise die Frauenmannschaft bereits vollzogen hat, stand für den FCB nie zur Debatte. Die dortige Spielstätte sei laut Hainer von den Anforderungen des DFB her nicht drittligatauglich. „Aber auch unabhängig davon würden wir mit großer Sorge auf die in der 3. Liga regelmäßig stattfindenden Risikospiele schauen – bei solch einem Sicherheitsrisiko könnten wir unserer Fürsorgepflicht rund um die Akademie und den Campus als Ausbildungszentrum für Kinder und Jugendliche nicht gerecht werden“, sagt das Vereinsoberhaupt.
Die emotionale Bindung des Clubs ans Grünwalder erklärt Hainer so: „Heutige Leistungsträger wie Thomas Müller oder David Alaba haben sich hier neben einigen anderen für die Profis empfohlen. Bei unseren Fans heißt das Stadion „Hermann-Gerland- Kampfbahn“. Da ist eine tiefe Verbundenheit vorhanden, Historie, Tradition und viele schöne Erinnerungen über Generationen hinweg. Das Grünwalder Stadion wird immer ein wichtiger Teil unserer Vereinsgeschichte sein.“
Und diese könnte schon bald um ein weiteres Kapitel reicher sein. Aktuell sind die Bayern-Amateure Tabellenführer in der 3. Liga und haben es in den verbleibenden Spielen selbst in der Hand, sich zum Drittliga-Meister zu krönen. Sehr zur Freude des Präsidenten, versteht sich: „Wir wussten, dass wir eine enorme Qualität haben, aber bei einer jungen Mannschaft ist es immer die Frage, wie schnell sie sich akklimatisiert“, so Hainer. „Wir sind unheimlich stolz auf die Entwicklung dieses Teams.“
Stolz ist Hainer auch darauf, wie das Team mit der Corona-Pause umgegangen ist: „Wie auch bei unserem Profiteam haben die Trainer umgehend auf die neue Situation reagiert und Maßnahmen ergriffen, die sich jetzt auszahlen. Da die Spieler auch viel in Eigenverantwortung absolvieren mussten, hat sich gezeigt: Der Charakter unserer Talente stimmt.“