Gegen das Totschlagargument

von Redaktion

Hansi Flick über Belastbarkeitsgrenzen – Guardiola: Sané will neues Abenteuer

München – Cola Bourbon, das von Hermann Gerland empfohlene Getränk für festive Anlässe, war in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in Bremen, am Freitagmittag will Bayern-Trainer Hansi Flick davon nichts mehr hören und schenkt sich ein Wasser ein. Nach vollbrachter Meisterschaft ist wieder Alltag beim FC Bayern.

Es sind noch zwei Bundesligaspiele übrig, die man schon aus Gründen der Wettbewerbshygiene seriös angehen will: Sowohl der SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr) als auch der VfL Wolfsburg (die Woche darauf) sind involviert in das Rennen um die internationalen Plätze, der FC Bayern will beide Gegner gleich behandeln. Nicht dass ihm noch vorgeworfen wird, er lasse sich gehen wie Borussia Dortmund bei der 0:2-Niederlage gegen Mainz. „Solche Spiele“, weiß Flick, „sind immer mal drin“. Seiner Mannschaft sollen sie aber möglichst nicht unterlaufen,

Schon weil sie den Rhythmus nicht verlieren soll für das, was nach der Bundesliga kommt: DFB-Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen am 4. Juli – und auch schon die Champions League, die im August in den Nachholbetrieb geht. Flick ist sich sicher: „Die Mentalität der Mannschaft ist, dass sie die beiden Bundesligaspiele gewinnen will.“ Und: „Was mich positiv stimmt, ist, dass wir die Qualität haben – egal, wie die erste Elf aussehen wird.“

Dass er die Aufstellung verändern muss, ist unumgänglich. Kann sein, dass Hansi Flick sich erweichen lässt, Ersatztorwart Sven Ulreich („Macht einen sensationellen Job“) ein letztes Spiel für Bayern zu schenken. Entscheidung am Samstag. Bereits zuvor ist klar, dass er die Akteure, die etwas mit sich herumschleppen, nicht überbelasten will. „David Alaba macht schon die ganze Zeit mit Problemen im Sprunggelenk herum, irgendwann ist es mal des Guten zu viel. Er wird ausfallen“, kündigt der Trainer an. Und vermeldet „eine Prellung bei Serge“ (Gnabry), „die man nicht so einfach rausbehandeln kann“. Wohl fehlen dürfte neben dem Gelb-Rot gesperrten Alphonso Davies auch Ivan Perisic, „der schon in Bremen angeschlagen war“. An Außenstürmern bleibt somit für Freiburg nur Kingsley Coman – aber man weiß ja, dass es eine Position ist, auf der die Münchner mittelfristig suchen. Sie bemühen sich um Leroy Sané, bei dem es nun offiziell ist, dass er Manchester City bald verlassen will. Trainer Pep Guardiola bestätigte, dass Sané ein Angebot zur Vertragsverlängerung abgelehnt habe („Ich liebe ihn so sehr, aber er will ein anderes Abenteuer“).

Aber da wäre man schon zu weit in der Zukunft, Sané fix bei Bayern zu sehen. Wenn Flick weit vorausdenkt, dann, weil er sich angesichts des im Spätsommer/Herbst bevorstehenden Terminplans um seine Spieler sorgt: „Dass sie viel Geld verdienen, ist ein Totschlagargument, das ich nicht annehme. Irgendwann ist ein Körper nicht mehr belastbar. Urlaub muss auch sein.“ GÜNTER KLEIN

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