München – Wenn Dinge auf den Punkt gebracht werden müssen, ist Thomas Müller meistens zur Stelle – und dieses Mal machte es dem 30-Jährigen besonders Spaß. Noch während die kleine Meisterfeier des FC Bayern in der Allianz Arena lief, nahm er also sein Handy zur Hand, kramte in der Statistik und schickte via Instagram einen kleinen Gruß an Robert Lewandowski. Er gratulierte dem Polen, der beim 3:1 gegen den SC Freiburg zwei Mal getroffen hatte. Aber er deckte auch das größte Problem des Torjägers auf: „Es müllert noch vor Dir.“
Ja, diese Müllers. Etwa 700 000 gibt es von ihnen in Deutschland, und irgendwie können einige von ihnen halt besonders gut kicken. Thomas Müller ist da das aktuelle Beispiel, der allerdings steht einen Spieltag vor Saisonende erst bei sieben Treffern und damit weit hinter Lewandowski. Deutlich interessanter sind für den besten Torjäger der Bundesliga daher die Müllers von früher. Gerd, der nicht nur den Rekord von 40 Saisontreffern hält (1972/72), sondern auch 38 (1969/70) und 36 Mal (1972/73) getroffen hat. Und Dieter, für den im Trikot des 1. FC Köln aus der Saison 1976/77 34 Tore zu Buche stehen. Lewandowski steht seit Samstag bei 33 und damit auf Rang fünf der ewigen Liste. Immerhin ist er nun der ausländische Profi mit den meisten Toren in einer Bundesliga-Saison.
Womöglich wird Lewandowski, der das dritte Tor durch Joshua Kimmich vorbereitete, am Samstag in Wolfsburg noch einen oder zwei Plätze nach oben klettern, mehr aber wird nicht drin sein. Sowieso, sagte Hansi Flick, wisse „Robert, dass das Team im Fokus steht“ und eigene Bestmarken zweitrangig sind. Er brauche „die Mitspieler, die Tore vorbereiten“, führte der Chefcoach aus, sagte aber auch: „So wie er heute gespielt hat, ist das top.“ Ähnlich sah es der drei Mal überwundene Freiburger Keeper Alexander Schwolow: „Das ist ein Spieler mit Weltklasseformat.“
Und immerhin einen Rekord gab es auch am Samstag: Lewandowski steht nun bei 16 Treffern gegen die Breisgauer. Das hat bisher niemand geschafft. Nicht mal ein Müller. hlr