Abstiegskampf
Fortuna Düsseldorf, das 16. war, holte wenigstens einen Punkt, der SV Werder Bremen, der als 17. in den 33. Spieltag gegangen war, verlor in Mainz 1:3 – trotzdem: Ein Samstag ist ja noch übrig, und nur zwei Punkte trennen die auf dem Relegationsplatz sitzende Fortuna und Werder, das nach derzeitigem Stand in die 2. Liga absteigen müsste. Drei Punkte sind zu vergeben – und selbstverständlich kann da alles passieren.
Werder Bremen empfängt den 1. FC Köln und könnte sich mit einem Sieg in die Relegation retten, dafür müsste Fortuna Düsseldorf bei Union Berlin verlieren. Oder nur einen Punkt holen, während Werder mindestens 4:0 gewinnt. Außer: Bremen siegt 4:0, Düsseldorf erreicht ein 4:4, dann träte totale Gleichheit bei Punkten und Toren ein. Es käme der direkte Vergleich zum Zug, der für die Fortuna spräche. Aus deren Sicht stehen ein 3:1 und ein 0:1 zu Buche.
Alte Frage: Werden Köln und Union, die Gegner, sich noch einmal reinhängen? Beide haben den Klassenerhalt geschafft. Union, nach dem 32. Spieltag safe, ließ sich am 33. schon gehen (0:4 in Hoffenheim). Und wie ein Heimspiel wird es sich kommenden Samstag nicht anfühlen, auch wenn man im Stadion an der Alten Försterei spielt. Nachdem der Club wegen eines Organisationsvergehens von der DFL mit einer Geldstrafe belegt wurde, wird er zum Saisonausklang darauf achten, dass sich keine Fans hinter der Tribüne versammeln und von dort für Atmosphäre sorgen.
Kann Bremen überhaupt mal wieder ein Spiel im Weserstadion gewinnen? Werder ist die heimschwächste Mannschaft der Bundesliga. Bilanz: 1 Sieg, 3 Unentschieden, 12 Niederlagen, 9:35 Tore, 6 Punkte. Allerdings: Düsseldorf auswärts ist ebenfalls Letzter. 2 Siege, 6 Remisen, 8 Niederlagen, 18:36 Tore, 12 Punkte.
Statistischer Normalfall wäre also: Düsseldorf und Bremen verlieren beide ihr letztes Spiel. Die Tabelle bliebe, wie sie ist.
Trainerfrage
Wenn jetzt Bundesliga-Schluss wäre, würde auffallen: Direktabsteiger sind die beiden Clubs, die an ihren Trainern festhielten. Steffen Baumgart war in Paderborn kein bisschen umstritten, Bremen hielt an Florian Kohfeldt fest.
Die Vereine auf den Plätzen 13 bis 16 hingegen hatten sich alle zu Trainerwechseln entschieden. Augsburg (15.) war in die letzten neun Runden mit Heiko Herrlich statt Martin Schmidt gegangen, Köln (14.) hatte schon in der Hinrunde Achim Beierlorzer gefeuert und durch Markus Gisdol ersetzt. Beierlorzer war dadurch frei, um Mainz zu übernehmen, das sich von Sandro Schwarz getrennt hatte. So gesehen schaffte Beierlorzer mit zwei Teams den Klassenerhalt. Ín Düsseldorf kam Uwe Rösler für Friedhelm Funkel.
Lag es in Bremen an Florian Kohfeldt? Für Willi Lemke, den ehemaligen Manager des Vereins, war ein wesentlicher Grund für den Absturz, dass man Max Kruse, den besten Spieler der Vorsaison, in die Türkei ziehen ließ, ohne ihn adäquat zu ersetzen. Grundsätzlich erwartet Lemke „sehr lebhafte Diskussionen in Bremen“. Und ja, dabei werde es auch um den Trainer gehen: „Einer der Punkte, die wir zu diskutieren haben.“ Kohfeldt selbst sagte nach dem 1:3 in Mainz: „Ich bin sehr, sehr enttäuscht, ich bin leer. Ich kann nicht direkt nach dem Spiel Zuversicht verbreiten oder Dinge ansprechen, die mir Hoffnung machen für nächste Woche.“
Internationale Plätze
Zwischen Mönchengladbach und Leverkusen geht es um Platz vier (Vorteil Borussia) und die Champions League, Bayer fürchtet, dass ohne Königsklasse Kai Havertz geht. Wolfsburg und Hoffenheim wetteifern um Platz sechs: Europa League direkt oder Qualifikation. GÜNTER KLEIN