Frankfurt/Main – Die Fußball-Bundesliga hat ihre Senderechte von 2021 bis 2025 vergeben. Und sie muss Einbußen in Kauf nehmen: Statt wie bisher insgesamt 4,64 Milliarden Euro für die vier Jahre zahlen die Sender „nur noch“ 4,4 Milliarden Euro. Pandemie verdirbt den Preis; die Liga musste wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage Corona-Rabatt geben. DFL-Chef Christian Seifert spricht trotzdem von einem „ordentlichen Ergebnis“. Für die Zuschauer gibt es vier entscheidende Schlagzeilen: Sky bleibt der wichtigste Liga-Sender. DAZN zeigt mehr Spiele denn je. Die ARD- Sportschau bleibt erhalten. Und Sat.1 sendet wieder Live-Bundesliga im Free-TV.
Sky: Der Bezahlsender behält die Liga-Rechte, die für die Unterföhringer überlebenswichtig sind. Allerdings musste Sky Federn lassen. Statt wie zuletzt 266 Spiele pro Saison sind dort nur noch 200 Spiele live zu sehen. Sky konzentriert sich auf den Samstag und auf die englischen Wochen mit allen Einzelspielen und der Konferenz. Freitag und Sonntag gibt es dort keine Live-Bundesliga. Außerdem läuft weiter die komplette 2. Liga bei Sky – einschließlich des neuen Samstagabend-Spiels um 20.30 Uhr, das Sport1 zusätzlich live ins Free-TV bringt.
Bisher kostet das Bundesliga-Abo bei Sky regulär 39,99 Euro im Monat und im ersten Jahr 19,99 Euro. Ob es mit weniger Spielen günstiger wird, ist offen. Denkbar ist, dass Sky seine Sport-Abos ganz neu sortiert – ab 2021 ohne Champions League, dafür aber nach dem RTL-Ausstieg exklusiv mit der Formel 1. Hier gab Sky gestern bekannt, dass es vier Rennen pro Saison sowie Zusammenfassungen aller Grand Prix kostenlos im Free-TV zeigt.
DAZN: Wer die Liga komplett sehen will, kommt endgültig nicht mehr an einem Abo des Internet-Senders vorbei. DAZN zeigt freitags und sonntags 106 Bundesliga-Spiele live – drastisch mehr als zuletzt Eurosport mit seinem 40-Spiele-Paket. Im Internet regt sich unter dem Motto „Ein Abo ist genug“ schon Fan-Widerstand gegen die noch umfassendere Aufteilung der Liga auf zwei Sender. Dazu kommt die Champions League, die DAZN ab 2021 fast komplett überträgt, mit einigen Spielen bei Amazon. Schon letzten August hatte DAZN den Preis fürs Monatsabo von 9,99 Euro auf 11,99 Euro erhöht. Mit dem Kauf der Liga-Rechte könnte es 2021 noch teurer werden.
Sat.1: 17 Jahre nach dem Aus für die Bundesliga bei Sat.1 geht der Münchner Sender wieder ran. Neun Spiele sind live und kostenlos zu sehen: Supercup, je eine Begegnung vom 1., 17. und 18. Spieltag der Ersten Bundesliga, eine vom 1. Spieltag der 2. Liga sowie die vier Relegationsspiele. Dieses Paket hatte zuletzt das ZDF gehalten.
ARD und ZDF: Die gewohnte Samstagabend-Sportschau im Ersten und die Spät-Zusammenfassungen im ZDF-Sportstudio gibt es auch künftig. Die ARD bzw. der BR zeigen außerdem Zusammenfassungen am Freitag- und Sonntagabend. Auch „Heute im Stadion“ im BR-Radio bleibt weiter auf Sendung.
Fazit: Nachdem die Sender bei der letzten Rechtevergabe mit 4,64 Milliarden Euro 83 Prozent mehr bezahlen mussten als zuvor, ging es nun erstmals seit der Kirch-Pleite 2002 bergab. Statt bis zu 5,4 Milliarden Euro, die sich die DFL vor Corona erhofft hatte, spült das Fernsehen nur mehr 4,4 Milliarden Euro in die Kassen. DFL-Chef Christian Seifert erwartet für sein Business künftig generell geringere Einnahmen. „Das Gesamtsystem Fußball wird in einigen Teilbereichen ein anderes sein. Die finanziellen Rahmenbedingungen werden sich nach unten korrigieren in allen Belangen“,
Von englischen Verhältnissen mit 1,95 Milliarden Euro pro Saison ist die Bundesliga weiter denn je entfernt. Mit ein Grund: Auch wegen der Corona-Pandemie haben sich Amazon und die Telekom unerwartet knausrig gezeigt und die Preise nicht wie erhofft in die Höhe getrieben.
Erstmals seit 2002 keine Steigerung der Medienerlöse