München – Kurz vor dem Start war das überbordende Selbstbewusstsein aus John Patrick gewichen. „Am, Ende stehen auch nur fünf Spieler auf beiden Seiten“, sagte der Trainer der Riesen Ludwigsburg mit gerunzelter Stirn. Und ahnte wohl: diese Hürde beim Final 10 um die Deutsche Meisterschaft würde eine gewaltige werden. Und die Ahnung trog den 52-Jährigen nicht. Schon nach Teil eins des Endspiel gegen Alba Berlin muss sich Patrick mit dem Gedanken anfreunden, dass die Erfolgswelle dieser Tage im Audi Dome ihn und seine Ludwigsburger nicht ans große Ziel rragen wird. 88:65 (46:29) setzten sich die Berliner am Ende durch – der Altmeister kann wohl schon vor dem Wiedersehen am Sonntag (15 Uhr) ein Plätzchen für die wuchtige BBL-Trophäe reservieren.
Schon vor dem Start musste das Überraschungsteam aus Baden-Württemberg eine erste Hiobsbotschaft hinnehmen. Marcos Knight, ausgerechnet der Anführer der vergangenen Playoff-Tage konnte nicht mitmachen. Der US-Guard musste wegen einer Fußverletzung passen.
Seine Kollegen versuchten es halt mit Moral und Kampfgeist, den Qualitäten, mit denen sie zuvor den FC Bayern und Ulm aus dem Wettbewerb gekegelt hatten. Aber heraus kamen meist wilde, wenig Erfolg versprechende Würfe.
Ganz anders Berlin, der Topfavorit sah sich die anfänglichen Ludwigsburger Bemühungen in aller Ruhe an. Dann drückten sie selbst aufs Gas. Machten die eigene Zone dicht – dabei zahlte sich natürlich aus, dass der Pokalsieger in diesem Turnier immer wieder Kräfte sparen konnte.
Und nach vorne spielten sich Spielmacher Peyton Siva und Kollegen den Gegner regelrecht zurecht. Egal was Alba da ins Rennen warf – es funktionierte fast alles. Das Team von Trainer Aito Garcia Reneses traf aus der Distanz, und Alba Berlin dominierte auch am Korb wie über den kantigen Center Landry Nnoko (12).
Einzig zu Beginn des Schlussviertels blitzte auch auf Ludwigsburger Seite Finalqualität auf. Nick Weiler-Babb (11) steuerte per Dunk den spektakulärsten Korb des Abends bei. Doch es reichte zu nicht mehr als Schadensbegrenzung. Aus zwischenzeitlichen 30 (65:35) Punkten Differenz wurden zwischenzeitlich 18 (79:61). Doch im Endspurt rückte Alba die Sache gerade und darf sich auf die erste Meisterschaft seit 2008 freuen.