München – An kaum einem Spieler scheiden sich die Geister so sehr wie an Thiago. Während die einen den Spanier für den genialen Mittelfeldgestalter schlechthin halten, geht er in den Augen der anderen insbesondere in großen Spielen gerne mal auf Tauchstation. Wird der 29-Jährige, der aktuell nach sieben Jahren bei den Bayern vor dem Abschied steht, wirklich überschätzt? Oder liegen seine Stärken vielmehr im Verborgenen?
Die nackten Zahlen sprechen erst mal gegen den Techniker. Drei Tore und zwei Vorlagen in insgesamt 35 Partien diese Saison sind eindeutig zu wenig. Zum Vergleich: Joshua Kimmich bekleidet dieselbe Position im defensiven Mittelfeld und kommt derweil auf sechs Tore und starke zwölf Vorlagen.
Geht man bei der Datenanalyse etwas mehr ins Detail, kommen Thiagos Stärken doch zum Vorschein. In der Gegenüberstellung mit Kimmich und Leon Goretzka zeigt sich: So gut wie überall hat der Iberer die Nase vorn – in spielentscheidenden Kategorien wie Schlüsselpässen bleibt er jedoch hinten. Gegen Thiago spricht zudem seine Verletzungsanfälligkeit. Seit seinem Wechsel an die Isar im Jahr 2013 war der spanische Nationalspieler aufgrund mehrerer zum Teil schwerer Verletzungen 699 Tage, insgesamt also knapp zwei seiner sieben Vertragsjahre in München verletzt. Hansi Flick will ihn dennoch halten. „Wenn man sieht, welche außergewöhnliche Qualität Thiago im Ballbesitz, aber auch gegen den Ball hat, gibt es für mich keine zwei Meinungen. Er ist ein außergewöhnlicher Spieler, der einer Mannschaft das gewisse Etwas gibt“, sagte Flick. lop, jau