München – Vier Jahre ist es her, dass die Frauen des FC Bayern sich letztmals als Meisterinnen auf dem Rathausbalkon am Marienplatz feiern lassen durften. Damals schritten die Münchnerinnen an der Seite ihrer männlichen Kollegen vor die wartende Menge in Rot – es geschah sinnbildlich für den sportlichen Gleichschritt der beiden Teams. Anschließend gerieten die Frauen allerdings aus dem Takt, beendeten am vergangenen Wochenende zum vierten Mal in Folge eine Saison als Vizemeister. Ein Begriff, der im Wörterbuch an der Säbener Straße – der Heimat der Männer – nur noch auf einer längst vergilbten Seite zu finden ist.
In der kommenden Saison werden die Bayern-Frauen einen neuen Anlauf wagen, den Abo-Meister VfL Wolfsburg (vier Titel am Stück) vom Thron zu stoßen. Sogar Präsident Herbert Hainer gab dieses Ziel kurz nach seinem Dienstantritt aus – garniert mit der Forderung, auch in der Champions League künftig eine Rolle zu spielen. Und dafür lässt die sportliche Leiterin Bianca Rech keinen Stein auf dem anderen.
Acht Abgänge wurden jüngst offiziell verkündet – darunter überraschenderweise auch die (langjährigen) Nationalspielerinnen Verena Schweers (31) und Kathrin Hendrich (28), deren auslaufende Verträge in München schlicht nicht verlängert wurden. Hendrich wechselt übrigens ausgerechnet zum großen Bayern-Rivalen nach Wolfsburg. Da stellt sich zwangsläufig die Frage: Zu schlecht für den Verfolger, aber gut genug für die Nummer eins im deutschen Frauenfußball?
Diesen zahlreichen Abgängen stehen satte sechs externe Neuverpflichtungen und zwei Neue aus dem eigenen Nachwuchs gegenüber. Damit sind die Münchner Personalplanungen wohl abgeschlossen. Kritische Stimmen würden sagen: Schon wieder soll ein kompletter Umbruch den dringend erwünschten Erfolg bringen. Denn schon im vergangenen Sommer verließen neun Spielerinnen den FC Bayern – zum Teil Leistungsträgerinnen wie Fridolina Rölfo (wurde heuer mit Wolfsburg Meister), Leonie Maier, Jill Roord oder Sara Däbritz. Es heißt: Sie alle wären gerne in München geblieben.
Stattdessen kamen insgesamt neun Neue – der Ausgang der Spielzeit ist bekannt. Jetzt also der nächste Anlauf. Rech erklärte die erneute Transfer-Offensive zuletzt in einem Interview übrigens wie folgt: „Wir wollen jetzt die Spielerinnen und Persönlichkeiten dazuholen, die uns helfen, Wolfsburg auf Augenhöhe zu begegnen. Ich glaube, dass jetzt der nächste Schritt für uns ansteht. Wir haben die volle Unterstützung des Vereins und können an den richtigen Rädchen drehen.“