München – Derzeit trudeln die Glückwünsche aus ganz Deutschland beim Billard-Carambolclub München ein. Der Grund: Die Deutsche Billard-Union kürte den BC zum Deutschen Meister, die Saison der Dreiband-Bundesliga wurde nach einer Abstimmung der Mitglieder der DBU vorzeitig beendet. Rechtlich wäre es schwierig gewesen, die wegen der Corona-Pandemie unterbrochene Spielzeit über den 30. Juni hinaus fortzusetzen.
„Die Leute, die uns gratulieren, sagen, dass wir es verdient geworden sind. Das ist das Schöne an der Geschichte“, sagt Christos Christodoulidis, der Vorsitzender des Vereins und Spieler in der Meistermannschaft ist. Noch sechs Spieltage standen aus, der Vorsprung der Münchner Präzisionssportler betrug sieben Punkte auf den Verfolger BCC Witten. „Wir waren fast nicht mehr einzuholen. Wir hätten uns das nicht mehr nehmen lassen“, ist sich Christodoulidis sicher.
Verdient hat das aus Christodoulidis, Lütfi Cenet, Konstantinos Kokkoris und Johann Schirmbrand bestehende Team den Titel auch deshalb, weil der BC München in den letzten Jahren wahrlich nicht vom Glück verfolgt war. Mehrfach verpassten die Billardspieler erst am letzten Spieltag den ersten Mannschaftstitel der Vereinsgeschichte, 2017 wurde der BC nur aufgrund eines umstrittenen Punktabzugs Vizemeister. Dafür war Fortuna dem BC in diesem Jahr gewogen. Schließlich hätte auch alles anders kommen können. Eine komplette Annullierung und Neuansetzung der Saison stand ebenfalls zur Abstimmung, wurde aber von der Mehrheit der DBU-Mitglieder abgelehnt. „Das wäre tragisch gewesen“, sagt Christodoulidis. Stattdessen entschied die DBU, die Ergebnisse der Hinrunde zu werten, was die Meisterschaftsentscheidung in der Königsdisziplin des Billards deutlich enger machte. Denn im Januar betrug der Vorsprung auf die Verfolger gerade einmal zwei Punkte.
Glück hatte der BC letztlich auch mit seinem Umzug. Mitten in der Saison wurde dem Verein der Mietvertrag für die Räumlichkeiten im Westend gekündigt, ein neues Zuhause wurde in Laim gefunden. Die Corona-Pause nutzten die Mitglieder, um in Ruhe umzuziehen und sich in den neuen Räumlichkeiten einzurichten. Dass der Heimvorteil in den finalen Liga-Partien in der neuen Spielstätte wohl kleiner ausgefallen wäre, spielte letztlich keine Rolle mehr. Außerdem hielt auch noch die zweite Mannschaft in der 2. Bundesliga durch den Abbruch die Klasse.
Wie es nun in der neuen Saison weitergeht, ist noch offen. Unterstützen die Sponsoren die Meistermannschaft weiter? Können die ausländischen Spieler wie üblich für die Spieltage einfliegen? In den nächsten Tagen sollen die ersten Fragen geklärt werden. Vielleicht bleibt das Glück dem BC München ja noch etwas länger treu.