Der große Neymar war auf einmal ganz aufgeregt. „Ein Freundschaftsspiel, das sich wie ein Finale mit einem Knoten im Bauch anfühlt“, schrieb der brasilianische Superstar in den Sozialen Medien – dabei musste er mit Paris St. Germain „nur“ zum Testspiel beim Zweitligisten AC Le Havre. Besonders war dieses aber allemal. Denn es war nicht nur das erste Spiel nach vier Monaten Zwangspause, sogar knapp 5000 Zuschauer wohnten dem 9:0 (5:0) des Starensembles im Stade Oceane bei – so viele wie in keinem anderen Stadion der großen europäischen Fußballligen seit Beginn der Corona-Pandemie. Auch Trainer Thomas Tuchel ließ deshalb nicht nur das Schützenfest seiner Mannschaft das Herz aufgehen. „Ja, es war eine Überraschung, denn in Deutschland, Spanien und England spielen sie hinter verschlossenen Türen“, sagte Tuchel nach dem ersten Vorbereitungsspiel auf die Champions League im August: „Wir lieben das, denn es verändert die Atmosphäre im Stadion.“ Während Neymar oder Kylian Mbappe auf dem Rasen unter Jubel und Applaus von den Rängen zauberten, mussten die Fans auf den Tribünen Abstand halten und Masken tragen – auch wenn ein Großteil auf den Mund-Nasen-Schutz verzichtete.