München – Ab jetzt darf geschachert werden: Seit Mitte der Woche ist das Transferfenster geöffnet, die ersten Deals sind eingetütet – u. a. der Wechsel von Leipzigs Timo Werner zum FC Chelsea für 53 Millionen Euro. Und auch der FC Bayern hat bereits Nägel mit Köpfen gemacht: Leroy Sané kommt für rund 50 Millionen Euro von Manchester City. Gut möglich, dass nach dem nahenden Abschied von Thiago weitere Ausgaben hinzukommen.
Bis zum 5. Oktober haben FC Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic und seine europäischen Kollegen heuer Zeit, um die Personalplanungen abzuschließen. Die Verzögerungen wegen der Corona-Pause veranlassten das UEFA-Exekutivkomitee zu dieser Empfehlung. Hintergrund: Am 6. Oktober müssen die Teilnehmer der Champions und Europa League ihre Kader melden. Es dürfte bis zur letzten Minute heiß hergehen.
Aber Vorsicht, liebe Manager: Die Ausgaben müssen in diesem Sommer angesichts der vielerorts knappen Kassen noch besser abgewogen werden als sonst. Der Blick auf das Vorjahr zeigt, dass gerade die richtig teuren Transfers einiges schuldig blieben. Im Sommer 2019 gaben Europas Topclubs allein für die zehn teuersten Fußballer fast eine Milliarde Euro aus – für wenig sportlichen Ertrag. Wir geben einen Überblick.
Ganz oben thront Joao Felix (20), den es für 126 Millionen Euro von Benfica zu Atlético Madrid zog. Der junge Portugiese zahlte nur bedingt zurück, kam wettbewerbsübergreifend zu 34 Einsätzen und acht Toren (drei Vorlagen). Trainer Diego Simeone sagte trotzdem: „Ich bin zu 100 Prozent von seinem Talent überzeugt.“ Felix muss sich zwangsläufig mit Vorgänger Antoine Griezmann (29) vergleichen lassen, der für 120 Millionen zum FC Barcelona wechselte. Die Zahlen des Franzosen (46 Spiele, 15 Tore, vier Vorlagen) lesen sich passabel, richtig in Schwung kam Griezmann im Starensemble um Lionel Messi aber nie.
Das gilt auch für Eden Hazard (29), den sich Real Madrid rund 100 Millionen kosten ließ. Der Chelsea-Star kam mit Übergewicht aus dem Sommerurlaub, plagte sich fast die ganze Saison mit Verletzungsproblemen. Der belgische Offensivmann absolvierte nur 21 Partien und verpasste satte 24. Die Ausbeute ist mager: ein Tor, sieben Vorlagen. Durch Reals Meisterschaft sollen laut AS weitere 15 Millionen fällig werden, Hazard steigt damit zum Rekordeinkauf der königlichen Historie auf.
Mit Harry Maguire (27) und Matthijs de Ligt (20) folgen zwei Innenverteidiger, die nach anfänglichen Schwierigkeiten mittlerweile feste Größen sind. Maguire ist inzwischen sogar Kapitän von Manchester United, de Ligt immerhin Stammkraft bei Juve. Wesentlich schlechter lief die Saison von 80-Millionen-Mann Lucas Hernandez (24) beim FC Bayern. Der Franzose verpasste durch Blessuren 20 Spiele und war auch sonst nur Ersatzkraft (zwölfmal Startelf bei 24 Einsätzen).
Durchwachsene Leistungen brachten Arsenals Nicolas Pepe (38 Spiele, acht Tore, acht Vorlagen) und Frenkie de Jong für Barça (39 Spiele, zwei Tore, vier Vorlagen). Besser lief’s bei Rodri, der sich zum Mittelfeldmotor von Man City entwickelte, und bei Romelu Lukaku. Die belgische Sturmkante traf 26-mal in 42 Einsätzen.