Sig Zelt vom Bündnis „ProFans“ sieht die jüngsten Aussagen von Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß zu Ultra-Fans kritisch. „Mit solchen Aussagen gießt man unnötig Öl ins Feuer“, sagte Zelt. Hoeneß hatte sich in der Debatte um Fanmitsprache im deutschen Fußball mehr Mäßigung der Anhänger gewünscht. Zelt konterte: „Was soll das? Dann kann ich auch sagen, dass die Bundesliga ohne den FC Bayern möglich ist, wenn er sich einer solidarischen Verteilung der TV-Gelder widersetzt.“
Gleich in vier Kategorien hat der FC Bayern bei der diesjährigen „kicker“-Umfrage unter den Bundesligaprofis gewonnen. Mit einem überwältigenden Vorsprung wurde Hansi Flick zum besten Trainer der Saison gekürt. 61,1 Prozent der 270 teilnehmenden Profis votierten für den Bayern-Coach, der damit vor Borussia Mönchengladbachs Marco Rose (14,4) liegt. Nationalspieler Manuel Neuer (35,2) gewann die Wahl bei den Torhütern vor Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach/23,7), Alphonso Davies ist der Aufsteiger der Spielzeit. Robert Lewandowski erhielt knapp drei Wochen nach der Torjägerkanone von seinen Kollegen auch die Auszeichnung als bester Feldspieler. Bei den Schiedsrichtern hat Deniz Aytekin seinen Kollegen Manuel Gräfe als besten Referee abgelöst.
Pech für Robert Lewandowski: Erstmals in der Geschichte des Goldenen Balles wird in diesem Jahr wegen der Corona-Krise kein Fußballer als bester Spieler der Welt ausgezeichnet gekürt. Weil unter anderem zahlreiche Ligen nicht zu Ende gespielt werden konnten und die EM und die Copa America verschoben werden mussten, sei diese Entscheidung getroffen worden, hieß es. Die Gewinner des seit 1956 vergebenen Ballon d’Or werden von internationalen Fachjournalisten gewählt. Bayern-Stürmer Lewandowski hatte sich in diesem Jahr gute Chancen ausgemalt. Trainer Hansi Flick sagte zuletzt: „Er hat mit enorm guten Leistungen in diesem Jahr alle Voraussetzungen geschaffen. Ich würde es ihm wünschen.“ Im kommenden Jahr soll es die Auszeichnung wieder geben.
Der FC Bayern trauert um Rudolf Jobst. Der Pokal-Held von 1957 ist bereits in der vergangenen Woche im Alter von 85 Jahren verstorben. Der gebürtige Passauer schrieb Vereinsgeschichte, als er am 29. Dezember 1957 im DFB-Pokalfinale gegen den haushohen Favoriten Fortuna Düsseldorf den 1:0-Siegtreffer erzielte. Für den FC Bayern bedeutete dieses Tor den allerersten Triumph im DFB-Pokal und den zweiten großen nationalen Erfolg nach der Deutschen Meisterschaft 1932. „Mit Rudi Jobst verliert der FC Bayern einen Spieler, der ewig mit den Erfolgen der 50er Jahre dieses Vereins verbunden sein wird“, sagte Präsident Herbert Hainer.