RADSPORT

Egon Ebenbeck gestorben

von Redaktion

Münchens Radsportler trauern um Egon Ebenbeck, der am 18. Juli im Alter von 81 Jahren nach einer Herzattacke verstorben ist. Neben Sigi Renz und Otto Altweck zählte Ebenbeck bis heute zu den erfolgreichsten Fahrern der Isarmetropole. Der gebürtige Münchner, der als 16-Jähriger mit dem Radsport begann, saß als Jugendfahrer, Amateur und als Senior von 1954 bis 1986 mehr als 30 Jahre im schmalen Rennsattel. Über 100 Siege feierte der spurtschnelle Allrounder auf Bahn und Straße. Dreimal stand er in seiner Spezial-Disziplin, dem Zweier-Mannschafts-Rennen auf dem Treppchen: 1967 wurde er mit seinem Partner Berthold Enger Deutscher Meister, und im gleichen Jahr gewannen Ebenbeck/Enger souverän das „Sommerbahn-Sechstage-Rennen für Amateure“ im pfälzischen Friesenheim. Auch bei Straßen- und Rundstreckenrennen war der schnelle Allrounder gefürchtet, der 1962 bei der schweren Österreich-Rundfahrt täglich mit Top-Platzierungen überraschte. „Egon war als Sprinter eine Klasse für sich und mir weit überlegen“, schwärmte Münchens einstiges Sechstage-Ass Sigi Renz von seinem einstigen Rivalen, der 1963 nicht mit ihn ins Lager der Profis wechselte. „Zusammen wären wir bei den Profis sicher das Münchner-Dream-Team gewesen“, ist Sigi Renz heute noch überzeugt, doch Egon Ebenbeck wagte den Schritt zu den Profis nicht. „Ein sicherer Beruf war mir wichtiger“, erklärte Egon Ebenbeck oft, der seine erfolgreiche Karriere erst mit 38 Jahren beendete, nachdem er viele Jahre als Senior zur deutschen Spitzenklasse im Straßenrennsport zählte. Bei den Münchner Sechstagerennen, bei denen Sigi Renz viele Jahre als Bahnchef und Rennleiter fungierte, war Egon Ebenbeck bis 2009 stets dessen Assistent und „rechte Hand“. In seiner Freizeit waren bei Egon Ebenbeck ebenso wie bei Sigi Renz in den letzten Jahrzehnten die Wälder und die Jagd das große Hobby, weshalb Egon Ebenbeck seinen Wohnort von München nach Regen im Bayerischen Wald verlegte, um „die letzten Jahre in der herrlichen Ruhe der Natur zu genießen“. MANFRED MARR

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