Mit Flaschenbier und Feuerwerk

von Redaktion

Klopp lässt es bei Liverpools Meisterfeier krachen – und kündigt an: Bis 2024 geht noch mehr

Liverpool – Bevor die Helden von Anfield in die rote Partynacht entschwanden, gab Jürgen Klopp den Fans ein Versprechen. „Macht euch bereit für eine Feier, ich weiß nur nicht wann. Wenn dieser Bullshit-Virus vorbei ist“, kündigte Klopp an, nachdem der FC Liverpool im leeren Stadion auf der Fan-Tribüne The Kop nach schier endlosen 30 Jahren aus den Händen von Club-Legende Kenny Dalglish wieder den englischen Fußball-Meistertitel überreicht bekam. Gefeiert wurde nach dem furiosen 5:3 gegen den FC Chelsea am Mittwoch trotzdem. Drinnen wie draußen – mit Flaschenbier, Konfettiregen und ordentlich Feuerwerk.

Tausende Liverpool-Fans waren entgegen den Warnungen wegen der Corona-Krise nach Anfield gepilgert und feierten das Ende der titellosen Zeit in der Premier League. Noch während des Spiels musste die Polizei wegen des großen Andrangs die Straßen sperren und eine Bannmeile errichten. Abstandsgebote und Masken interessierten die Fans herzlich wenig. Zu groß war die Sehnsucht nach diesem Moment.

Auch bei Club-Idolen wie Steven Gerrard, der heute die Glasgow Rangers trainiert. Der einstige Mittelfeldstar, dessen Ausrutscher 2014 im Spiel gegen Chelsea wohl den Meistertitel kostete, freute sich, dass „einige Dämonen begraben“ wurden. „Als Liverpool-Fan und Ex-Spieler kenne ich das große, lange Warten“, sagte Gerrard. Auch wenn der Titelgewinn bei 18 Punkten Vorsprung schon seit Wochen feststand, fiel die Party nach dem Tor-Spektakel groß aus. Immerhin waren die Fans dank der zahlreichen Instagram-Videos ihrer Stars virtuell dabei.

Und Klopp genoss den Triumph in vollen Zügen. „Wir sind jetzt Champions in England, Europa und der Welt, und das ist die einzige Wahrheit. Es bedeutet die Welt für mich. Ich könnte nicht stolzer sein“, sagte Klopp, der in Liverpool längst schon Kultstatus genießt – nicht erst seit dem Champions-League-Triumph im Vorjahr.

Als der frühere Dortmunder Meistercoach im Oktober 2015 in die englische Arbeiterstadt kam, war der Club im Mittelmaß verschwunden. Klopp erweckte den stolzen Verein wie einst den BVB zu neuem Leben, versprach den Fans Pokale – und hielt Wort. „Vor fünf Jahren habe ich Sie gebeten, von Zweiflern zu Glaubenden zu werden, und Sie haben es getan“, sagte der Coach in Richtung Anhängerschaft.

Für den früheren Liverpool-Kapitän und -Trainer Graeme Souness war die Verpflichtung von Klopp der Schlüssel zum Erfolg. „Das Geheimnis der Beständigkeit wird vom Manager bestimmt“, sagte Souness und erinnerte an die Transferpolitik von Klopp. Der Verkauf von Philippe Coutinho für 160 Millionen Euro und im Gegenzug die Verpflichtungen von Abwehr-Star Virgil van Dijk und Welttorhüter Alisson Becker sei der beste Deal der Club-Geschichte gewesen.

Und Klopp hat noch lange nicht fertig. Bis 2024 läuft sein Vertrag, viele seiner Stars sind im besten Fußballer-Alter. Und womöglich kommt noch die eine oder andere Verstärkung hinzu. Wie etwa Thiago vom FC Bayern. Klopp soll ein großer Fan des Spaniers sein.

Klopp sieht aber auch noch Steigerungspotenzial im Team. „Wir werden nicht aufhören und können jeden Spieler noch besser machen. Wir haben die Möglichkeit, einen weiteren Schritt zu machen. Das müssen wir auch. Die anderen schlafen nicht“, sagte Klopp. Wie etwa der entthronte Champion Manchester City. Der Guardiola-Club sendete am Mittwochabend gleich eine Spitze nach Liverpool, als er nach Spielschluss auf Twitter nicht dem Rivalen, sondern Leeds United und West Bromwich Albion zum Aufstieg in die Premier League gratulierte. Die Reaktion der Liverpool-Fans folgte prompt: „Wie war eigentlich euer Tag so?“  dpa

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