Trinchieri tritt beim FC Bayern an Ein überfälliges Signal

von Redaktion

PATRICK REICHELT

Im vergangenen Dezember hat der Zufall Marko Pesic und seinen neuen Coach Andrea Trinchieri schon einmal zusammengeführt. Seinerzeit schaute der Geschäftsführer der Basketballer des FC Bayern zwar nur aus privatem Interesse bei Partizan Belgrad zu. Es war ein bedeutungsloses Ligaspiel, doch Fans und Spieler des serbischen Traditionsvereins verströmten Begeisterung und Enthusiasmus. So ganz anders eben als seine Bayern, die sich in jenen Tagen durch BBL und Euroleague würgten. Gut möglich, dass die Idee, Trinchieri in den Audi Dome zu holen, auch hier ihre Wurzeln hatte.

Wie auch immer – klar ist: Ein Schritt wie dieser war unumgänglich. Nicht nur, weil die Bayern in der abgelaufenen Spielzeit zur Abwechslung mal wieder ohne Titel geblieben waren. Der gestürzte Meister hat selbst die eigene Fangemeinde mit blutleeren Auftritten in seiner zunehmend leerer bleibenden Arena schwer verschreckt. Bis hin zum irgendwie konsequenten vorzeitigen Aus beim Finalturnier. Man brauchte ein bekanntes Gesicht. Einen Stilwechsel. Ein klares Signal eben. Das haben die Bayern nun mit Trinchieris Verpflichtung gesetzt. Denn ganz egal, ob der 51-Jährige nun tatsächlich zu den Top-3-Trainern Europas gehört, wie Sportchef Daniele Baiesi meinte: Andrea Trinchieri hat in seiner Karriere schon des Öfteren bewiesen, dass er erfolgreiche Mannschaften formen kann. Vor allem hat der Mailänder an so unterschiedlichen Basketballstandorten wie Kazan, Bamberg oder Belgrad immer wieder Teams gebaut, die modern und mitreißend Basketball spielen.

Genau das eben, was auch die Bayern nun brauchen. Der Verein steht vor seiner seit Langem wichtigsten Phase. Schon in zwei Jahren will man als europäisches Schwergewicht regelmäßig 11 000 Menschen in den SAP Garden locken. Auf dem Weg dorthin wird es nicht reichen, wenn am Ende der nächsten Spielzeit eben der sechste Meistertitel oder der dritte Pokalsieg steht. Die Bayern müssen ihren Anhang begeistern, müssen eine Attraktion sein.

„Wir hatten eine Situation, in der für uns nicht immer die Sonne gescheint hat“, hat Marko Pesic gestern mit Blick auf die abgelaufene Saison erklärt. Mit Andrea Trinchieri hat man nun den Mann gefunden, dem es zuzutrauen ist, die Wolken zu vertreiben.

patrick.reichelt@ovb.net

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