WM, Olympia, die großen Boxkämpfe, die Tour – und der Lauf der Welt

von Redaktion

Im vergangenen November war Hartmut Scherzer mit einem Stoß Papier auf der Frankfurter Buchmesse unterwegs, um einen Verlag zu gewinnen für seine Erinnerungen. Geschafft: Mitte August 2020 wird „Welt Sport“ im Frankfurter Societäts-Verlag erscheinen: 736 Seiten dick (25 Euro).

Der Titel war Scherzer heilig. Denn er hat in seinem Reporterleben immer wieder bestätigt bekommen, dass sich das eine – das Geschehen in der Welt – nicht vom anderen – dem unterhaltsamen Sport – trennen lässt. 2020 ist ja das beste Beispiel dafür: mit der Corona-Pandemie. Wer das Buchcover genau anschaut, bemerkt einen Hansi Flick mit Maske. „Ich habe die Meisterschaft der Bayern noch drin“, sagt Scherzer.

Der Hesse begann seine Reporterkarriere bei der Agentur UPI, war lange Sportchef der „Abendpost Nachtausgabe“ in Frankfurt und nach deren Einstellung 1988 als freier Journalist unterwegs (gelegentlich auch für unsere Zeitung). Er ist der Journalist mit den meisten WM-Teilnahmen (15 – seit der WM 1962 immer dabei) und der längsten Olympia-Historie, er saß bei den wichtigsten Boxkämpfen am Ring und war Dauergast bei der Tour de France (33 Mal). Bei den Sportlern hatte er einen sehr hohen Wiedererkennungswert, weil sein Haupt schon in jungen Jahren weitgehend kahl gewesen war.

Eine wichtige Rolle spielte er mit seinen Recherchen zum Dokumentarfilm „Das Mädchen – Was geschah mit Elisabeth K.?“ Die Deutsche Elisabeth Käsemann wurde 1977 im argentinischen Militärgefängnis zu Tode gefoltert, während der DFB die Nationalmannschaft in Buenos Aires zu einem Freundschaftsspiel antreten ließ, vor den Generälen einknickte und seinen möglichen Einfluss nicht geltend machte. Die Geschichte wühlt Hartmut Scherzer noch heute auf.  gük

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