Alaba soll bleiben – aber nicht um jeden Preis

von Redaktion

Fan-Umfrage: Kritik am Vertragspoker des Österreichers – Vereinsliebe nur vorgegaukelt?

München – Eigentlich gibt es beim FC Bayern keinen Grund zur Sorge. Meisterschaft eingetütet, Pokalsieg draufgesetzt, Leroy Sané ist ebenfalls da. Alles eitel Sonnenschein an der Säbener Straße – wäre da nicht die Personalie David Alaba. Die Verhandlungen um eine Verlängerung seines bis 2021 datierten Vertrags in München stocken. Es geht – wie so oft – „ums Gehalt“, wie Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bestätigte. Dem Vernehmen nach strebt der Österreicher (und sein illustrer Berater Pini Zahavi) eine satte Gehaltserhöhung auf bis zu 20 Millionen Euro per annum an. Damit wäre Alaba Bestverdiener bei den Bayern, ein Verein, für den er mittlerweile zwölf Jahre spielt und bei dem er über die Jahre zur Identifikationsfigur für viele Fans aufgestiegen ist. Abzocke? Wie die Debatte um den 28-Jährigen bei den Anhängern ankommt? Wir haben uns bei vier Münchner Vorzeigefans umgehört: Hansi Gehrlein, Fanclub Die 13 Höslwanger: „Derartige Debatten werden natürlich gut und gerne auf emotionaler Ebene geführt, ab und an muss man sich jedoch auch davon befreien. Ob das mit den kolportierten Gehaltsforderungen bei Alaba stimmt, weiß ich nicht. Das Geschäft ist aber nun mal so. Alle Spieler spielen für Geld, auch ein David Alaba. Ich würde mir natürlich wünschen, dass er bleibt. Und ich bin davon überzeugt, dass dies auch der Wunsch unserer Verantwortlichen ist. Am besten wäre es meiner Meinung nach, wenn sich beide Parteien ein wenig aufeinander zu bewegen würden. Vielleicht ist ja Alaba auch mit etwas weniger Gehalt zufrieden, und die Bayern legen ihm im Gegenzug ein minimal verbessertes Angebot vor, um einen so verdienten Spieler wie ihn zu halten. Angebote anderer Clubs spielen natürlich auch eine Rolle, so oder so sollte Alaba jedoch wissen, was er an Bayern hat.“ Hias Hammerl, Edelfan mit Kuhglocke: „Alabas Forderungen, sofern die denn stimmen, sind einfach nicht richtig. So etwas gehört sich nicht! Fußballspieler wie er verdienen doch ohnehin schon einen Haufen Geld, da kann man sich doch auch irgendwann einmal damit zufriedengeben. Gerade bei einem Spieler wie ihm, der auch dank unseres Clubs zu dem geworden ist, der er ist, sind solche Forderungen einfach nicht angebracht. Und den Herren in der Chefetage würde ich raten: Was zu viel ist, ist zu viel! Reisende soll man nicht aufhalten! Ich dachte immer, Alaba und die Bayern wären ein Herz und eine Seele, aber da habe ich mich wohl getäuscht. Für sein Image bei den Fans ist die ganze Debatte jedenfalls nicht hilfreich, sein Standing leidet gewaltig darunter.“

Josep Antoni García, Fanclub FCB Spanien: „Seien wir doch mal ehrlich: Wenn wir über Profifußball sprechen, dann gerät die sogenannte Vereinsliebe bei den Spielern doch so gut wie immer in den Hintergrund. In erster Linie kümmert sich ein Profi um Titel und Gehaltsschecks, der Rest ist in den meisten Fällen nur vorgegaukelt. Die Liebe für die Vereinsfarben ist nur bei den Fans gegeben, die Woche für Woche ins Stadion gehen und teures Geld für den Herzensverein ausgeben. Auch Spieler wie Thomas Müller, Philipp Lahm oder Bastian Schweinsteiger sind in gewisser Weise Fans des FC Bayern, weil sie eben schon seit klein auf für ihn spielen. Bei Alaba ist das aber anders, er kam ja erst mit 16 nach München. Für ihn ist der Club sein Arbeitsplatz – und auch diese Sichtweise ist in meinen Augen berechtigt.“

Bernd Hofmann, Fanclub Nabburg: „Über die Causa Alaba wurde in unserem Fanclub viel diskutiert. Und auch wir sind zu der Einsicht gekommen, dass irgendwann eine Grenze erreicht ist. David Alaba ist ein guter Spieler, keine Frage. Er hat bei unserem Verein auch eine Ära mitgeprägt. Wenn die Forderungen jedoch ins Uferlose gehen, wie es hier allem Anschein nach der Fall ist, dann ist irgendwann auch mal gut. Wir sprechen hier über Fußballer, die ohnehin schon hervorragend entlohnt werden. In der Branche scheint sich jedoch der Wunsch nach immer mehr Geld etabliert zu haben. Gerade in der jetzigen Situation wäre es daher nur allzu verständlich, wenn der Verein irgendwann einmal die Handbremse zieht. Zumal es ja oftmals nicht die Spieler selbst sind, die noch mehr Geld auf dem Konto haben wollen, sondern ihre Vermittler und Berater. Alaba passt super zu unserem Verein. Ich und wir alle würden uns auch wünschen, dass er seinen Vertrag verlängert – aber eben nicht um jeden Preis.“ JOSÉ CARLOS MENZEL LÓPEZ

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