Flüchtet Karger zu Bierofka nach Tirol?

von Redaktion

1860 plant offenbar nicht mehr mit dem Stürmer – Möglicher Ausweg: Wacker Innsbruck

VON ULI KELLNER

München – Urlaub dahoam – im Corona-Sommer 2020 groß in Mode. Auch für Nico Karger, 27, den langjährigen 1860-Profi, hieß es: Familie besuchen in Oberfranken, paar Tage noch mit Kumpels nach Hamburg. Ansonsten hat Karger derzeit andere Themen, losgelöst von Corona: Im März ist er Papa geworden. Darüber hinaus lief sein Vertrag beim TSV 1860 aus. Was den Stürmer freilich nicht davon abhielt, sich gelegentlich an der Grünwalder Straße fitzuhalten.

Kargers letzte Hoffnung auf eine Zukunft in München wurde dann am Wochenende stark getrübt. Über den Umweg Online-Fanshop sickerte durch, dass die Löwen ohne Karger planen (wir berichteten). Sein Trikot mit der 18 wurde vielsagend an den zehn Jahre jüngeren Lorenz Knöferl vergeben. Karger kommentierte die geleakte Nummer mit der Trikotnummer mit gebotenem Instagram-Sarkasmus (#gutzuwissen). Einen Tränenlach-Smiley stellte er auch noch dazu, denn in der Tat hat Karger gut lachen: Er wird auch ohne 1860 nicht in die Arbeitslosigkeit stürzen, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit zu seinem alten Mentor flüchten. Unsere Zeitung weiß: Karger steht beim FC Wacker Innsbruck auf der Liste, dem künftigen Verein von Daniel Bierofka.

Weder der Spieler noch der ehemalige Löwen-Coach wollten sich auf Anfrage zum heißen Wechselthema äußern. Von 1860 hieß es gestern allgemein, man befinde sich in einem „offenen und fließenden Prozess“, bis zum Ende der Transferperiode am 5. Oktober sei vieles denkbar. Bei Wacker Innsbruck ist man da schon auskunftsfreudiger. Auf Karger angesprochen, hieß es seitens der Österreicher: „Es wird auf jeden Fall noch ein Offensivspieler verpflichtet. Ob das dann Karger ist, wird man sehen.“

Fakt ist: Bierofka, der Arbeitswütige, kniet sich schon jetzt mit vollem Ehrgeiz in seine neue Aufgabe hinein. Bei allen Spielern der zu Ende gehenden Zweitligasaison ist er inkognito vor Ort, keiner der bisher vier Transfers ist ohne seine Zustimmung über die Bühne gegangen. Fix sind: Lustenau-Torjäger Ronivaldo, Zehner Fabio Viteritti aus Zwickau, ein Abwehrtalent und ein Torwart von einem bayerischen Drittligisten. Karger, der Außenstürmer, wäre für Bierofka das fehlende Mosaiksteinchen.

Für Karger, den Jungpapa, wäre ein Wechsel nach Tirol bestens vorstellbar. Der Oberfranke ist kein Typ, der sich leicht tut, in einer neuen Umgebung zurechtzukommen. Es ist kein Zufall, dass er den Löwen elf Jahre lang treu geblieben ist und als einer der wenigen Zweitligaprofis auch das Abenteuer Regionalliga mitgemacht hat. Bei Bierofka, seinem früheren Förderer, würde sich „King Karges“ bestens aufgehoben fühlen. Im Interview mit unserer Zeitung sagte er vor zwei Jahren: „Biero spricht viel mit mir, das tut gut.“ Die emotionalen Ansprachen des Trainers hatte er im Glückstaumel nach dem Aufstieg gar als „Weltklasse“ beschrieben.

Und Bierofka? Dessen Faible für verlorene Söhne ist bekannt. Schon bei 1860 war es ein „Sport“ von ihm, alte Weggefährten und verdiente Ex-Löwen einzusammeln. Nun, im Dienste von Wacker Innsbruck, scheint er an diese Tradition anzuknüpfen.

1860 teilt mit: Die Transferperiode ist ein „offener und fließender Prozess“

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