Lodnon – Den letzten Spieltag in der englischen Premier League dürften einige Bundesliga-Clubs aufmerksam verfolgt haben. Mit der Qualifikation für die lukrative Champions League sicherten sich Manchester United und der FC Chelsea Einnahmen in Millionenhöhe, die schon bald nach Deutschland fließen könnten. Am Montag öffnete in England das Transferfenster. Mit der Königsklasse als Lockmittel will Chelsea nach dem Ex-Leipziger Timo Werner nun auch Kai Havertz von Bayer Leverkusen auf die Insel holen. Englands Rekordmeister Man United hat es auf Jadon Sancho von Borussia Dortmund abgesehen.
Chelsea beendete die Saison dank eines 2:0-Erfolgs gegen die Wolverhampton Wanderers auf Tabellenplatz vier und hat nun ein Argument mehr, um Havertz nach London zu locken. Gleichzeitig schuf Man United am Sonntag mit einem 2:0-Sieg gegen den direkten Konkurrenten Leicester City und damit dem dritten Platz beste Voraussetzungen, um Wunschkandidat Sancho vom BVB loszueisen. Der englische Nationalspieler käme als Verstärkung im Old Trafford gerade recht. Der 20-Jährige würde vermutlich gut zu Coach Ole Gunnar Solskjaers jungem Team passen, in dem weitere englische Stars wie Marcus Rashford und Jesse Lingard spielen. Sanchos Vertrag in Dortmund läuft noch bis 2022. Der BVB will wohl erst bei Angeboten über mehr als 100 Millionen Euro über einen Verkauf nachdenken.
Knapp 300 Kilometer nördlich von Manchester feierte Frank Lampard den erfolgreichen Abschluss seiner ersten Premier-League-Saison als Chelsea-Trainer. Platz vier für die Blues werteten einige in England sogar noch höher als Solskjaers dritten Platz mit Man United. Denn Chelsea verlor vor der Saison in Eden Hazard seinen größten Star und durfte wegen einer Transfersperre keinen Ersatz verpflichten. „Er hat viele junge Spieler hochgebracht, gute Spieler“, lobte Sky-Experte Roy Keane.
In diesem Sommer kann Chelsea auf dem Transfermarkt wieder zuschlagen – und der 21-jährige Havertz passt ins Anforderungsprofil. Bayer beharrt auf einer Ablösesumme von mindestens 100 Millionen Euro, die Chelsea – wenn überhaupt – wohl nur gestaffelt bezahlen will. Doch der Geldregen aus der Champions League dürfte die Zahlungsbereitschaft in London womöglich eher erhöht haben. dpa