München – Dass Thiago seinen 2021 auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird, ist den Mächtigen an der Säbener Straße mittlerweile klar geworden. Der 29-jährige Spanier sucht nach sieben Jahren bei den Bayern eine neue Herausforderung, was für die Münchner Folgendes bedeutet: Entweder wird Thiago noch in diesem Transferfenster verkauft, oder der Spanier kann nächstes Jahr ablösefrei wechseln. Ein Szenario, das die Bayern-Bosse unbedingt verhindern wollen, weshalb sie den Edeltechniker bereits mit einem Preisschild versehen haben. Legt ein Club laut „Sport Bild“ 30 Millionen Euro für Thiago auf den Tisch, darf er gehen. Das Problem: Noch hat der Rekordmeister kein einziges formelles Angebot erhalten.
Dass die Münchner speziell in dieser Causa relativ zügig Klarheit haben wollen, ist verständlich. In Philippe Coutinho und Ivan Perisic stehen im Mittelfeld zwei weitere Kicker vor dem Abschied, weshalb die sportliche Direktion unter der Leitung von Hasan Salihamidzic bereits auf der Suche nach Verstärkung auf dieser Position ist. Vieles hängt von Thiagos Zukunft ab, die Späher des FC Bayern sind aber natürlich schon ausgeflogen – und haben potenzielle Optionen ausfindig gemacht, die im Falle eines Thiago-Weggangs mit Blick auf die zweite Reihe aktiviert würden. Im Stamm sind die Münchner in der Mittelfeld-Schaltzentrale schließlich in Form von Leon Goretzka und Joshua Kimmich bestens besetzt.
Auf der Suche nach einem etwaigen Thiago-Ersatz sind die Bayern ausgerechnet auf Mini-Thiago Pedri gestoßen. Der Spanier ist gerade einmal 17 Jahre alt, überzeugte beim Zweitligisten UD Las Palmas aber so, dass der FC Barcelona ihn 2019 kaufte und im Sinne seiner Entwicklung für zwei weitere Jahre an Las Palmas auslieh. Der Clou: In besagtem Leihvertrag ist eine Klausel integriert, die es Barcelona erlaubt, die Leihe bereits nach einem Jahr zu beenden – und zwar unter anderem dann, wenn ein europäischer Erstligist Interesse bekundet. Das ist nach Informationen unserer Zeitung der Fall. Die Bayern (und Gladbach) sind an einer Leihe des dribbel- und passstarken Pedri interessiert und haben bereits erste Gespräche mit Barcelona aufgenommen.
Pedri selbst sagte bei der spanischen Zeitung „Sport“: „Einige sehr interessante Angebote kamen von Spitzenclubs in Deutschland. Sie stehen auf mich, und Barça ist auf dem neuesten Stand. Diese Vereine glauben, dass ich dort wichtig sein und Erfahrungen sammeln kann.“
Laut „Sky“ wäre für die Position in der Zentrale zudem Inter Mailands Marcelo Brozovic eine Option. Inter-Trainer Antonio Conte sei demnach an Corentin Tolisso interessiert, weshalb auch ein Tauschgeschäft infrage käme.
Eine Position, bei der aus Sicht der Bayern-Verantwortlichen ebenfalls Handlungsbedarf besteht, ist die rechte Abwehrseite. Die (enttäuschende) Leihe von Álvaro Odriozola läuft nach der Champions League aus, weshalb die Bayern auch auf der Suche nach einem geeigneten Backup für Benjamin Pavard sind. Das Anforderungsprofi ist dasselbe wie bei Alphonso Davies: jung, schnell, hungrig.
Anforderungen, die neben Sergiño Dest von Ajax Amsterdam (für ihn interessieren sich die Bayern schon länger) laut „Sky“ auch der 20-jährige Engländer Max Aarons von Norwich City in den Augen der Münchner zu erfüllen scheint. Der quirlige U 21-Nationalspieler, der mit unbändigem Offensivdrang überzeugt, wäre aufgrund des Abstiegs von Norwich für vergleichsweise kleines Geld zu haben: rund 20 Millionen Euro. Bevor die Bosse bei all diesen Optionen aktiv werden, soll jedoch erst Thiago verkauft werden. Und das keinesfalls unter 30 Millionen Euro.