„Le Mans will und werde ich fahren“

von Redaktion

Münchnerin Sophia Flörsch über die Premierensaison in der Formel 3 und Probleme als Neuling

München – Acht Rennen in nur einem Monat – für die Münchnerin Sophia Flörsch ging es nach ihrem Formel-3-Debüt in Österreich am 4. Juli Schlag auf Schlag. Punkten konnte die 19-Jährige bis jetzt noch nicht. Im Interview mit unserer Zeitung zieht Flörsch nach Lauf sieben und acht im britischen Silverstone eine erste Bilanz. Platz 22 und 25 bei den beiden Rennen in Silverstone.

Sophia Flörsch, wie lautet Ihr Fazit?

Ein unglückliches Wochenende. Das ging schon im Qualifying los. Ich wurde zwar Sechzehnte – mein bestes Ergebnis – aber die Top Ten wären drin gewesen. Im ersten Rennen hatte ich einen megaguten Start, habe zwei Positionen gutmachen können, wurde dann aber unverschuldet abgeschossen. Damit bist du in beiden Rennen am Ende des Feldes. In der Formel 3 ist es immer schwierig, zu überholen. Vor allem, wenn alle im DRS-Fenster sind. Unterm Strich habe ich aber viel mitgenommen.

Auch für nächstes Wochenende, wenn es an Ort und Stelle weitergeht?

Ich war hier davor lustigerweise erst einmal. Wenn du einmal im Rhythmus bist und weißt, wie du die schnellen Kurven zu fahren hast, ist es eine supercoole Strecke. Ich freue mich auf die nächste Woche. Es muss aber alles passen, damit wir vorne mitfahren können bzw. es unter die Top 15 schaffen. Das ist das Ziel.

Acht Rennen in einem Monat. Davor konnten Sie einige Monate kein Formel-3-Auto fahren. Wie lang braucht man, um sich an das Auto zu gewöhnen?

Schon ein bisschen. Wir hatten im März die Testtage in Bahrain und sind seitdem nicht mehr gefahren. Ich habe mich relativ schnell ans Auto gewöhnt und mit dem Team zurechtgefunden. Es fehlen mir aber im Vergleich zu anderen Piloten fast 50% an Testmöglichkeiten. Das ärgert mich sehr.

Wie groß ist der Nachteil, jetzt erst in Ihre Premieren-Saison starten zu können?

Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, kann ich nicht sagen. Es ist gut, dass man keine langen Pausen hat und wir nächstes Wochenende wieder fahren. Von dem her finde ich das Format gar nicht schlecht. Aber klar, als Rookie hast du immer einen Erfahrungsrückstand gegenüber Fahrern, die in der zweiten oder gar dritten F3-Saison unterwegs sind, vor allem, was das Verständnis für die Reifen angeht.

Wo möchten Sie am Ende Ihrer ersten Saison landen?

Schwierig zu sagen, die ist noch lang. Das Wichtigste ist, zu lernen, besser zu werden und gute Rennen zu zeigen. Ich hoffe, dass die nächsten Wochen etwas glücklicher verlaufen.

Sie sind auch in der europäischen Le Mans-Serie (ELMS) gemeldet. Wie können Sie dort fahren, wenn Sie jedes Wochenende bei der Formel 3 sind?

Le Mans will ich und werde ich auch fahren. Geplant war, erst die ELMS mitzufahren und dann das Highlight Le Mans. Das 24-Stunden-Rennen findet am 19./20. September statt. Davor sind drei Veranstaltungen in der ELMS, die sich nun COVID-19-bedingt mit der Formel 3 überschneiden. Es ist noch nicht sicher, ob ich eines dieser Rennen fahren werde.

Interview: Julian Nett

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