Chip, Chip, hurra!

von Redaktion

Im Grunde wie Guardiola, aber mit einer Variante – das ist Hansi Flicks Taktik

München – In den sozialen Medien wurde für die Art und Weise, wie Hansi Flick den FC Bayern Fußball spielen lässt, bereits ein Begriff aus der Taufe gehoben: Flicki-Flacka. Eine Kombination aus dem Tiki-Taka-Spielstil, der sich durch ein konsequentes Kurzpassspiel und einen hohen Ballbesitzanteil auszeichnet, und dem Nachnamen des Cheftrainers.

Während der Rekordmeister in den Tiki-Taka-Hochzeiten unter Pep Guardiola seine Gegner mit unzähligen flachen Passstafetten müde spielte, hat Flick ein anderes Element zum festen Bestandteil gemacht: den Chip-Ball! In der Praxis sieht das so aus: Die Münchner überladen einen Flügel. In diesem Moment lässt sich der gegenüberliegende Außenstürmer nach innen fallen und schafft somit entlang der Seitenlinie Platz für den jeweiligen Außenverteidiger. Der erhält nach einem schnellen Seitenwechsel ein halbhohes Zuspiel über die gegnerische Kette in den Lauf. Häufig haben die Außenverteidiger im Dribbling zur Grundlinie freie Bahn und können entweder den Torabschluss selbst suchen oder eine Hereingabe vors Tor schlagen. Chip, Chip, hurra!

Gegen Chelsea werden Alphonso Davies und Joshua Kimmich diese Rollen übernehmen. Wie wichtig diese Interpretation für Flicks Spiel ist, erklärt er: „Es ist schon seit der Zeit von Philipp Lahm so, dass die beiden Außenbahnen immer wieder Optionen bieten. Alphonso und Joshua haben natürlich die Qualität, um uns gute Möglichkeiten auch für den Angriff zu geben.“ Deswegen sei diese Position, gerade was den Spielaufbau betrifft, eine Variante.

Allerdings zaubern die Münchner nicht nur im Spielaufbau gerne einen Chip-Ball aus dem Fußgelenk. Auch wenn sie bereits einen Angriff gestartet haben, packen die zentralen Mittelfeldspieler gerne einen Lupfer aus, um die letzte Abwehrreihe zu überspielen. Dann kommt einer der Offensivspieler dem Passgeber einen Schritt entgegen, während seine Kollegen den Überraschungsmoment nutzen, um ihrem Gegner aus dem Rücken davonzuschleichen.  bok, jau

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